07:14 17 Dezember 2017
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    Übernahme in der Schwebe: Medwedew wirbt für Opel-Deal - „Kommersant“

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    MOSKAU, 16. Juli (RIA Novosti). Der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna und die russische Sberbank haben es nicht geschafft, bis zum 15. Juli Vereinbarungen über die geplante Opel-Übernahme zu erzielen, berichtet die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Die Partner wollten vom jetzigen Inhaber General Motors 55 Prozent an der deutschen GM-Tochter Opel erwerben. Jetzt ist die Frist für die Vereinbarung auf den 20. Juli anberaumt worden, doch die neue Deadline kann ebenfalls ins Wasser fallen. Der russische Präsident Dmitri Medwedew will sich bei seinem Besuch in Deutschland für den Deal persönlich einsetzen.

    GM Europe betont, dass der Vorvertrag mit Magna nichts Exklusives sei. Der Autokonzern könne auch mit anderen Anwärtern, nämlich mit dem chinesischen Konzern BAIC und dem belgischen Investitionsfonds RHJ International verhandeln.

    Teilnehmer der Opel-Verhandlungen sagen, dass Magna darauf hoffe, alle offenen Fragen mit GM bis zum 20. Juli zu regeln. Doch der Autozulieferer müsse sein Angebot sowohl nach dem Preis als auch nach seinen Verpflichtungen verbessern, so ein Insider. Diese Frage sei aber „noch nicht einmal mit der Sberbank vereinbart worden“.

    Magna und Sberbank hatten zuvor für das Opel-Kontrollpaket rund 500 Millionen Euro geboten und von Deutschland Staatsgarantien in Höhe von 4,5 Milliarden Euro erwartet. BAIC schätzte 51 Prozent der Opel-Aktien auf 660 Millionen Euro, forderte aber weniger Staatsgarantien. RHJ schätzt den Opel-Anteil auf 300 Millionen und bittet um nur 3,8 Milliarden Euro als Staatsgarantie.

    Beobachter äußerten Zweifel, dass Magna und GM bis zum 20. Juli eine Einigung erzielen. Keine von den prinzipiellen Differenzen sei bislang geregelt, sagen sie. Magna kann die Parameter der zu erwerbenden Aktiva, die Verwendung des Know-hows, der Technologien und der geistigen Eigentumsrechte von Opel und Chevrolet nicht regeln.

    Magna hofft auch, den Vertrieb von Chevrolet-Wagen in Russland zu übernehmen. GM besteht auf ein Rückkaufrecht für Opel, nachdem dessen finanzielle Lage sich stabilisiert hat.

    Der Berater des russischen Präsidenten, Sergej Prichodko, sagte gestern, dass Dmitri Medwedew das Abkommen auf dem heute beginnenden Russland-Deutschland-Gipfel unterstützen und als „nützlich“ bezeichnen werde. Der russische Experte Michail Pak von der Investitions- und Finanzgesellschaft Metropol sagt jedoch, dass die Widersprüche zwischen Magna und GM binnen einer Woche einfach nicht zu regeln seien.

    Auch Michail Ljamin von der Bank of Moscow pflichtet ihm bei. Er weist darauf hin, dass GM vor kurzem ein Insolvenzverfahren abgeschlossen habe. „Die erneuerte GM wird sich bestimmt bemühen, den Käufern seiner Aktiva härtere Forderungen zu stellen“, sagt er.