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    Russischer Kredit: Kuba knausert nicht beim Geldausgeben - "Gaseta"

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    MOSKAU, 28. Juli (RIA Novosti). Gestern wurde der Entwurf eines russisch-kubanischen Abkommens über Kredite für Kuba in Höhe von 150 Millionen Dollar veröffentlicht, schreibt die Zeitung "Gaseta" am Dienstag.

    Der Inselstaat bekommt das Geld, um die russischen Land- und Baumaschinen zu bezahlen. Die Kreditbedingungen setzen voraus, dass Kuba das Geld binnen zwei Jahren nach Inkrafttreten des Abkommens ausgeben muss. Über die Mengen, Preise und Termine der Lieferungen werden russische und kubanische Geschäftspartner entscheiden.

    Die Verfügung über das Kreditabkommen unterschrieb Premier Wladimir Putin bereits am 22. Juli. Zuletzt erhielt Kuba wegen der Wirtschaftskrise russische Hilfsgelder zu Beginn dieses Jahres in Höhe von 20 Millionen Dollar.

    Doch das Geld war nicht für die Stützung der kubanischen Wirtschaft, sondern für den Erwerb von russischen Waren und Dienstleistungen in der Bau-, Strom und Landwirtschaft gedacht.

    Laut Abkommen von 2008 hätten die Kubaner bis 2010 einen Kredit von insgesamt 335 Millionen Dollar binnen zehn Jahren zu einem Jahreszins von 5 Prozent bekommen sollen.

    Wie jedoch Vizepremier Igor Setschin sagt, hat Kuba einen Großteil des Geldes, etwa 300 Millionen Dollar, schon aufgebraucht. Es gebe viele Möglichkeiten für Kuba, Geld für den Kauf russischer Waren auszugeben.

    Dazu gehören die Modernisierung des Transportsystems, Lieferungen von Ausrüstungen für die Rekonstruktion von Stromwerken, Bewässerungssystemen, der Nickelindustrie, des Wasserversorgungssystems, der Luftüberwachungsstationen sowie der Import von russischen Fahrstühlen für Hochhäuser in Havanna.

    "Auf kurze Sicht kann der Erwerb unserer Erzeugnisse durch Kuba die Nachfrage stimulieren und zum Wachstum der russischen Wirtschaft beitragen", sagt Sergej Moissejew, Direktor des Zentrums für Wirtschaftsstudium an der Moskauer Finanz- und Industrieakademie. "Doch auf lange Sicht besteht die Gefahr, dass der Kredit nicht zurückgezahlt wird. Alles hängt von der politischen und wirtschaftlichen Stabilität dieses Staates ab."

    Nach Meinung des Experten sehen die Finanzzahlen des Inselstaats nicht schlecht aus: Das Bruttoinlandsprodukt hat eine Höhe von 55,2 Milliarden Dollar, die Haushaltseinnahmen betragen 41 Milliarden Dollar, die Staatsschulden machen 33 Prozent des BIP aus. Selbst wenn Kuba nicht imstande sein werde, die Schulden in Geld zurückzuzahlen, habe es andere Möglichkeiten, um sie zu begleichen.

    "Sie könnten uns Präferenzen geben und Zucker, Tabak, Zitrusfrüchte und Kaffee zu vergünstigten Preisen liefern", sagt Moissejew. "Russland ist für Kuba kein strategischer Markt, so dass die Finanzierung des Kaufs von russischen Waren aus ebenfalls russischen Krediten in erster Linie für Russland selbst vorteilhaft ist."