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    Öltransit wird für Moskau zum Albtraum - „Nesawissimaja Gaseta“

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    MOSKAU, 03. September (RIA Novosti). Moskau ist auf der Flucht von den Problemen des Öltransits mit Weißrussland und der Ukraine in eine neue Falle geraten. Dieses Mal geht es um potentielle Transitländer, schreibt die russische Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Bulgarien bremst die Verhandlungen über die Öl- und Gaspipelines. Slowenien will gleichberechtigte Kontrolle über die South-Stream-Leitung und fordert, den Hauptsitz der Betreiberfirma im eigenen Land anzusiedeln. Experten sagen, dass Moskau die Risiken beim Transit nicht vollkommen vermeiden wird, sagen den neuen Projekten aber Fortschritte voraus.

    Nach Meinung von Beobachtern wird Moskau selbst bei einer radikalen Verbesserung der Beziehungen mit der Ukraine nicht auf die alternativen Pipelines verzichten. „Die Aussichten auf die Realisierung der Projekte stehen nicht schlecht, und es wird Fortschritte geben, so viel Europa auch über die Notwendigkeit sprechen mag, die Energieabhängigkeit von Russland zu vermindern. Es gibt nicht viele Alternativen für die russischen Energielieferungen“, sagt Wadim Mitroschin, Chefanalyst der Investitionsbank Otkrytije.

    Die Transitländer seien immer bestrebt, bestmögliche Vorteile aus der Situation zu ziehen, sagt er. „Eine volle Unabhängigkeit vom Transit wird Russland nicht gelingen, doch es kann die Risiken im Falle von Problemen mit einem Transitland senken. Auf jeden Fall ist die Diversifizierung der Routen sowohl für die Lieferanten als auch für die Konsumenten von Vorteil“, sagt der Ökonom.

    „Russland wird die Projekte der alternativen Pipelines in jeder Weise fördern. Die Chancen, die Energieprojekte in Bulgarien und Slowenien zu verwirklichen, stehen sehr hoch“, sagt Agwan Mikaeljan, Generaldirektor von „Finexpertisa“. Keine politischen Ambitionen sollten die einfachen und offensichtlichen Vorteile der russischen Vorschläge überwiegen, sagt er.

    „Die Ukraine hat selbst damals, als die Beziehungen mit Russland völlig in Ordnung waren, regelmäßig gezeigt, dass sie die abgeschlossenen Verträge nicht umsetzen kann. Sie hat keine einzige Verabredung mit Russland befolgt. Ich betone, keine einzige“, empört sich der Experte. Er hält es für ausgeschlossen, dass eine Verbesserung der Beziehungen mit der Ukraine oder Weißrussland die anderen Projekte einfrieren könnte.

    Jewgeni Makarenko, Vize-Generaldirektor der Fondsgesellschaft Nesawissimyje Direktora, hebt die gegenseitige Transit-Abhängigkeit von Europa und Russland hervor. „Russland gibt der gesamten europäischen Gemeinschaft ein Signal: Es ist an der Zeit, Entscheidungen zu treffen und die Energielieferwege zu diversifizieren“, sagt er.

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