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    AvtoVAZ will mit Staatsgeld Massenentlassung bezahlen - "Kommersant"

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    Der russische Autobauer AvtoVAZ hat erstmals offiziell die Absicht bestätigt, beinahe ein Drittel seines Personals - 27 600 von den 102 000 Beschäftigten - zu entlassen. Darüber schreibt die russische Zeitung "Kommersant" am Freitag.

    MOSKAU, 25. September (RIA Novosti). Der russische Autobauer AvtoVAZ hat erstmals offiziell die Absicht bestätigt, beinahe ein Drittel seines Personals - 27 600 von den 102 000 Beschäftigten - zu entlassen. Darüber schreibt die russische Zeitung "Kommersant" am Freitag.

    In dem Werk, dessen Verkäufe von Januar bis August um 44 Prozent abgestürzt sind, wird betont, dass die Entlassung von 36 000 Personen geplant worden sei, doch habe man die Zahl der Gekündigten vermindern können. Das Geld für die Sozialleistungen bei Entlassung und für die Tilgung der Lohnschulden hofft AvtoVAZ vom Staat zu erhalten.

    Wieviel die Entschädigung für die zu Entlassenden kosten soll, wird im Werk nicht verraten. Laut einigen Quellen bei AvtoVAZ sowie in den mit dem Werk zusammenarbeitenden Gesellschaften wird das Werk für die Entlassungen an die 12 Milliarden Rubel brauchen. (1 Euro = 44,26 Rubel.) 5,65 Milliarden Rubel davon entfallen auf die Sozialleistungen an die zu Entlassenden (Entlassungsvergütung, Prämie für langjährige Dienste und Abführungen an den Rentenfonds), weitere 5,75 Milliarden Rubel sind die Lohnschulden, die während der einmonatigen Stilllegung von AvtoVAZ im August entstanden.

    Um den eigenen Beschäftigten das Entlassungsgeld zu zahlen und die Lohnschulden zu begleichen, beabsichtige AvtoVAZ, erneut den Staat anzuzapfen, sagen Quellen der Zeitung. Im Sommer habe AvtoVAZ unter Vermittlung der staatlichen Technologieholding Rostechnologii aus dem Staatshaushalt bereits 25 Milliarden Rubel bekommen. Damit wurden die Lieferanten bezahlt.

    Ein Mitarbeiter von AvtoVAZ und ein Beamter stellen fest, dass der mögliche Mechanismus der Zuteilung von weiteren zwölf Milliarden Rubel an das Werk "nicht klar" sei. Voriges Mal leistete der Haushalt die Zahlung als Beitrag zum Kapital von Rostechnologii. Den Quellen zufolge schlagen die Ministerien bereits vor, dass sich an der Auffüllung des Kapitals von AvtoVAZ die Holding selbst beteilige und die Hälfte der erforderlichen zwölf Milliarden Rubel zur Verfügung stelle.

    Einer der Gesprächspartner behauptet, Rostechnologii habe sich schon einverstanden erklärt, doch Quellen, die der staatlichen Holding nahe stehen, sagen, sie habe gegenwärtig kein Geld, um dem Werk auszuhelfen.

    Auf einen Beschäftigten von AvtoVAZ entfallen im Jahr ungefährt neun hergestellte Wagen, während der Durchschnitt der Autowerke an die 20 betrage, so dass die Entlassungen begründet seien, sagt Kyrill Tatschennikow von der Investmentgesellschaft Otkrytije.

    Michail Pak von der Investmentgesellschaft Aton fügt hinzu, zwar habe AvtoVAZ schon Geld aus dem Staatshaushalt bekommen, weswegen es kritisiert worden sei, sei die Chance, eine zweite Tranche zu erhalten, "ziemlich hoch". Er erläutert: Der Staat werde es leichter haben, die Notwendigkeit einer solchen Stützung zu erklären, denn das Geld werde unmittelbar für die Zahlungen an die Entlassenen verwendet werden.

     

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