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    Putin mahnt Renault zu Hilfsgeldern für AvtoVAZ-Rettung - Russlands Presse

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    Die russische Regierung will den maroden Fahrzeugbauer AvtoVAZ nicht alleine retten, schreiben die Zeitungen „Gaseta“, „Nesawissimaja Gaseta“ und „RBC Daily“ am Montag.

    MOSKAU, 05. Oktober (RIA Novosti). Die russische Regierung will den maroden Fahrzeugbauer AvtoVAZ nicht alleine retten, schreiben die Zeitungen „Gaseta“, „Nesawissimaja Gaseta“ und „RBC Daily“ am Montag.

    Auch die Aktionäre sollen dem Werk helfen, sagte Ministerpräsident Wladimir Putin. Putin willigte ein, das Werk von der sozialen Belastung zu befreien. Außerdem forderte er von Renault, das Werk finanziell zu unterstützen oder seinen Anteil zu kürzen.

    Putin sagte, dass der Staat bereits den ersten Teil der Hilfsgelder für AvtoVAZ (25 Milliarden Rubel) ausgeschüttet habe. „Wir haben das so gemacht, dass Renaults Aktienpaket nicht gespalten wird, verteidigten also quasi dessen Interessen.“ Renault hatte im letzten Jahr ein 25-prozentiges Aktienpaket an AvtoVAZ für eine Milliarde Dollar gekauft. Mittlerweile ist es etwa 200 Millionen Dollar wert.

    Die Zurückhaltung des russischen Regierungschefs bei der Entscheidung, ob der Staat erneut Geld zur Unterstützung von systemrelevanten Unternehmen ausschütten soll, wird durch die mehr als bescheidenen Ergebnisse begründet, die die Regierung dafür erhält. Statt Aufrechterhaltung der Nachfrage für die Produktion gebe der Staat riesige Geldsummen für die Tilgung der Schulden der Unternehmen aus, doch das könne sie nicht retten, sagt Jewgeni Jassin, wissenschaftlicher Leiter der Wirtschaftshochschule. Die Unternehmen haben nicht genug Aufträge und sammeln immer neue Schulden an.

    „Sie suchen nach einem Mechanismus, der die anderen Aktionäre in die Entwicklung des Unternehmens investieren lässt“, sagt Sergej Zelikow, Direktor der Analyseagentur Avtostat. „Wenn die Unterstützung in Eigentumsanteile umgewandelt werden kann, können die Anteile der Aktionäre umverteilt werden.“ Dabei sei Renaults Hilfe für den russischen Autokonzern so gut wie die einzige Überlebenschance, sagt Oleg Dazkiw, Entwicklungsdirektor des Webportals „Auto-Dealer.Ru“. Der französische Konzern könne außer einer neuen Plattform Managements- und Marketingtechnologien anbieten. Andernfalls habe AvtoVAZ keine Marktchance, wenn die staatliche Hilfe ausbleibt.

    Renault befindet sich wegen Rückgang der Autoverkaufszahlen auf dem Weltmarkt ebenfalls in einer schwierigen Situation. Wenn das Unternehmen nicht auf eine Spaltung seines Anteils eingehen will, kann es die Entscheidung blockieren. Eine Kürzung des Anteils ohne die Bewilligung von Renault kann das Vertrauen der ausländischen Investoren, um das die Regierung so beharrlich wirbt, ernsthaft schwächen.

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