19:45 30 März 2020
SNA Radio
    Wirtschaft

    Russland wird zum Rohstoff-Anhängsel von China - „Wedomosti“

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 13
    Abonnieren

    Russland wird die Rohstoff-Basis des Fernen Ostens und Ostsibiriens den Chinesen überlassen, schreibt die russische Zeitung „Wedomosti“ am Montag.

    MOSKAU, 12. Oktober (RIA Novosti). Russland wird die Rohstoff-Basis des Fernen Ostens und Ostsibiriens den Chinesen überlassen, schreibt die russische Zeitung „Wedomosti“ am Montag.

    Das Abkommen über die Zusammenarbeit bis 2018, das Präsident Dmitri Medwedew und sein chinesischer Amtskollege Hu Jintao am 23. September in New York gebilligt haben, sieht die gemeisame Erschließung der russischen Vorkommen vor. Doch die Verarbeitungsbetriebe sollen in China gebaut werden.

    Die russisch-chinesische Zusammenarbeit soll in den kommenden zehn Jahren nach dem Grundsatz „russische Rohstoffe und chinesische Technologie“ funktionieren, sagt Professor Alexej Maslow, Direktor des Zentrums für strategische China-Studien. Das Problem liegt nicht darin, dass Russland keine Technologien habe, doch es ist um einige Male billiger, sie in China einzuführen. Russlands Ferner Osten ist schlecht erschlossen und ist kaum für die Errichtung hochtechnologischer Betriebe geeignet.

    Die Entwicklung des Fernen Ostens könne nur mithilfe von Investitionen in die Energiebranche sowie die Erschließung von Bodenschätzen verlaufen, sagt wissenschaftlicher Leiter der Wirtschaftshochschule und ehemaliger Minister Jewgeni Jassin.

    Es sei sinnlos, dort arbeitsintensive Betriebe zu organisieren, denn es fehle an Arbeitskräften. In der Region leben 3,5 bis vier Millionen Menschen einschließlich Frauen, Kinder und Alte, sagt Maslow. Bei solchen Einwohnerzahlen sei es äußerst schwierig, 500 000 bis 600 000 Menschen im arbeitsfähigen Alter zu finden, die die Region durchfüttern könnten.

    Zur Erschließung der schwer zugänglichen Rohstoffbasis seien massive Investitionen notwendig, und das könne Russland nicht alleine schaffen, sagt Sergej Prichodko, Geschäftsführer des Instituts für Übergangswirtschaft.

    Die Tendenz der vergangenen Jahre liege auf der Hand: Russland werde zum rohstoffliefernden Anhängsel von China, sagt Igor Nikolajew, Direktor der Abteilung für statistische Analyse des Finanzberatungsunternehmens FBK.

    Die Anteile der Rohstoffe und der Maschinenbauerzeugnisse im russisch-chinesischen Warenumsatz seien genug Beweis dafür. Russland und China seien zwei verschiedene Welten, klagt er. Im zweiten Vierteljahr 2009 haben die Länder völlig gegensätzliche Ergebnisse an den Tag gelegt: Das BIP von China ist um 7,9 Prozent gestiegen, das russische um 10,9 Prozent gefallen. Von gleichrangiger Zusammenarbeit kann in dieser Situation nicht die Rede sein, sagt Nikolajew.

    Für Russland bleibe nichts übrig, als die partnerschaftlichen Beziehungen auszubauen, sagt Dmitri Badowski, Vize-Direktor des Instituts für soziale Systeme. Es gehe dabei nicht nur um geopolitische Interessen, sagt Badowski: China könne Russland die Modernisierungserfahrung weitergeben.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    „Viele machen es durch und wissen es gar nicht“: Corona-„Überlebende“ aus Freiburg im Gespräch
    Angela Merkel ruft bei Feuerwehr an – die legt einfach auf
    Das muss ein Fake sein – dachte NATO bei den U-Booten aus der UdSSR