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    Medwedew in Belgrad: Gasprojekte im Mittelpunkt

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    Russlands Präsident Dmitri Medwedew wird am Dienstag mit Serbiens Präsident Boris Tadic die bilaterale Zusammenarbeit in der Öl- und Gasbranche erörtern. Unter anderem wird es dabei um die Umsetzung des Projekts South Stream und den Bau eines Gasspeichers gehen.

    MOSKAU, 20. Oktober (RIA Novosti). Russlands Präsident Dmitri Medwedew wird am Dienstag mit Serbiens Präsident Boris Tadic die bilaterale Zusammenarbeit in der Öl- und Gasbranche erörtern. Unter anderem wird es dabei um die Umsetzung des Projekts South Stream und den Bau eines Gasspeichers gehen.

    Wie ein Kreml-Sprecher im Vorfeld des Besuchs in einem RIA-Novosti-Gespräch feststellte, werden die Präsidenten die Bedeutung der Einhaltung der Vereinbarungen in dieser Sphäre betonen. "Außerdem wird an einer ganzen Reihe von Vorschlägen auf dem Gebiet der Strom- und der Atomenergiewirtschaft sowie an der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur Serbiens gearbeitet", hieß es.

    Die Verhandlungen sollen mit der Unterzeichnung von bilateralen Dokumenten zu Ende gehen, die unter anderem das Zusammenwirken zwischen den Parlamenten sowie zwischen einzelnen Ministerien beider Länder regeln werden. Für die nächste Zeit ist außerdem die Unterzeichnung eines Regierungsprogramms zur Zusammenarbeit in Kultur, Bildung, Forschung, Sport und Jugendpolitik für die Jahre 2009 bis 2011 geplant.

    Das Abkommen über die Modernisierung des unterirdischen Gasspeichers in der Nähe der Stadt Novi Sad soll zwischen dem russischen Konzern Gazprom und dem serbischen Staatsunternehmen Srbijagas unterzeichnet werden. Zu diesem Zweck werden Srbijagas, das Unternehmen Gazpromexport und die deutsche Gazprom-Tochter ein Joint Venture gründen.

    Nach der Fertigstellung soll der Gasspeicher ein Volumen von 0,8 bis zu einer Milliarde Kubikmeter haben.

    Das russisch-italienische Gaspipeline-Projekt South Stream mit einer Jahresleistung von 63 Milliarden Kubikmeter soll 2013 der Bestimmung übergeben werden. Zwischen dem russischen Hafen Noworossijsk und dem bulgarischen Hafen Warna wird die Leitung auf dem Grund des Schwarzen Meeres verlegt. Anschließend werden zwei Stränge über den Balkan nach Italien und nach Österreich führen.

    Am 15. Mai 2009 unterzeichnete Gazprom ein Paket von Dokumenten über die Umsetzung des Projekts South Stream mit Energieunternehmen Bulgariens, Griechenlands und Serbiens. Derzeit werden ähnliche Abkommen mit Slowenien und Österreich abgestimmt. Die South-Stream-Pipeline soll die Abhängigkeit der Lieferer und der Käufer von den Transitländern, speziell der Ukraine und der Türkei, verringern.

    Die Gesamtinvestitionen in das Projekt betragen 25 Milliarden Euro.

    Serbien gehört zu den Ländern, die von der russisch-ukrainischen Gaskrise im vergangenen Winter stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Wie der Srbijagas-Chef feststellte, könnte sich Serbien im Falle einer ähnlichen Gaskrise im kommenden Winter 60 Tage lang mit Gas aus Speichern im eigenen Land und in Ungarn versorgen.

    Verhandlungen über russische Gaslieferungen an Serbien im nächsten Jahr sind jetzt im Gange. Ein entsprechendes Abkommen soll im November unterzeichnet werden.

    Auf Serbiens Bitte soll Moskau demnächst die Gewährung eines Kredits in Höhe von einer Milliarde Euro an Serbien billigen. Wie Russlands Finanzminister Alexej Kudrin am 9. Oktober mitteilte, "werden derzeit Konsultationen darüber geführt". Belgrad will dieses Geld für eine Stabilisierung des Staatsetats sowie für Investitionen in Infrastrukturprojekte einsetzen.

    Russland gehört zu den führenden Außenhandelspartnern Serbiens. Der bilaterale Warenumsatz belief sich 2008 auf vier Milliarden Euro. In den ersten acht Monaten dieses Jahres ging allerdings der bilaterale Handel gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 50 Prozent zurück.

    Serbiens Präsident Tadic betonte am Vorabend des Besuchs Medwedews, dass die bilateralen Beziehungen mit Russland zu den Hauptprioritäten der Außenpolitik Belgrads gehören. "Auch nach seinem EU-Beitritt möchte Serbien Russlands Freund bleiben", betonte er.

    "Der Besuch wird die Möglichkeit bieten, die bilateralen Beziehungen mit Russland zu festigen, dessen Unterstützung beim Kosovo-Problem wir sehr hoch schätzen", sagte Tadic.

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