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    Pipelines: Türkei und Russland machen gemeinsame Sache - Presse

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    Die russischen Staatsunternehmen Transneft und Rosneft haben sich offiziell dem Projekt zum Bau der Ölpipeline Samsun - Ceyhan angeschlossen, berichten russische Zeitungen am Dienstag.

    MOSKAU, 20. Oktober (RIA Novosti). Die russischen Staatsunternehmen Transneft und Rosneft haben sich offiziell dem Projekt zum Bau der Ölpipeline Samsun - Ceyhan angeschlossen, berichten russische Zeitungen am Dienstag.

    Das von der italienischen Eni und der türkischen Calik Holding in Angriff genommene Projekt soll die Mittelmeerengen am Bosporus umgehen. Russlands Beteiligung am Projekt sei eine Antwort darauf, dass die Türkei das South-Stream-Projekt unterstütze, sagen Analysten.

    Gestern unterzeichneten Eni, Calik Holding sowie Transneft und Rosneft in Mailand eine Absichtsvereinbarung zum Bau der Pipeline Samsun - Ceyhan, die Öl aus dem Raum des Kaspischen Meeres befördern soll. Das Dokument sieht die Bildung einer Arbeitsgruppe für eine Machbarkeitstudie und die wirtschaftliche Begründung der Verlegung einer 555 Kilometer langen Pipeline voraus. Das Projekt wird auf 1,5 Milliarden Dollar geschätzt.

    Die durch das Schwarze Meer verlaufende South-Stream-Pipeline soll das russische Gastransportsystem mit dem europäischen verbinden, wobei die Transitländer, vor allem die Ukraine, umgangen werden. Das trifft auch auf die Türkei zu, die als Transitland für russische Gaslieferungen an die EU im Rahmen des Südlichen Gasringes (Verlängerung von Blue Stream bis zum Balkan und zu den Apenninen) betrachtet wurde.

    Gazprom hat es vorgezogen, auf South Stream zu setzen, stieß jedoch auf die Notwendigkeit, eine Genehmigung entweder von Ankara oder von Kiew zu bekommen. So musste Russland beim Projekt Samsun - Ceyhan, das der russische Monopolist bisher geflissentlich übersah, Zugeständnisse machen, weil er das eigene Öltransportprojekt förderte, das über Bulgarien und Griechenland (Burgas - Alexandroupolis) unter Umgehung der überlasteten Meerengen Bosporus und Dardanellen führen soll.

    Russlands Beteiligung am Projekt Samsun - Ceyhan ist eine Antwort darauf, dass die Türkei South Stream unterstützen wolle, finden Analysten. "Für Eni hat es keinen besonderen kommerziellen Sinn, an diesem Bau teilzunehmen, aber das Unternehmen ist ein strategischer Partner Russlands bei South Stream, in diesem Fall teilen sie sich mit uns die wirtschaftlichen Risiken", sagt Alexander Passetschnik, Experte des Fonds für nationale Energiesicherheit.

    Dmitri Absalow, führender Experte des Moskauer Zentrums für politische Konjunktur, weist darauf hin, dass Russlands Beteiligung an beiden Projekten für die Beibehaltung der wichtigsten Transitwege von Bedeutung sei.

    "Die Kontrolle über die Meerengen will Ankara nicht abgeben, aber ebensowenig in der Energiewirtschaft in eine offene Opposition zu Russland gehen. Im Spiel gegen unsere gemeinsamen Konkurrenten EU und USA kann Moskau den Türken helfen und als Gegenleistung beträchtliche Präferenzen bekommen", fasst der Analyst zusammen.

    Quellen: "RBC Daily", "Wremja Nowostej" vom 20.10.09.

     

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