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    Russischer Monopolist erhöht Anteil an Europol Gaz, zahlt aber mehr für Gastransit - Presse

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    Russland und Polen haben die wichtigsten Hindernisse zur Unterzeichnung eines neuen Gasvertrags beseitigt, schreiben am Dienstag die Zeitungen „Kommersant“, „Wedomosti“ und „RBC Daily“.

    MOSKAU, 27. Oktober (RIA Novosti). Russland und Polen haben die wichtigsten Hindernisse zur Unterzeichnung eines neuen Gasvertrags beseitigt, schreiben am Dienstag die Zeitungen „Kommersant“, „Wedomosti“ und „RBC Daily“.

    Polen ist von einem Gasmangel im Winter bedroht, deshalb hat es nach zehnjährigen Verhandlungen eingewilligt, Gazproms Anteil an Europolgaz, dem Betreiber der Jamal-Europa-Pipeline, von 48 auf 50 Prozent zu erhöhen.

    Im Gegenzug muss Russland in einer noch wichtigeren Angelegenheit nachgeben: Europolgaz soll zum ersten Mal seit 1993 Profit bringen. Morgen werden die Parteien versuchen, den genauen Transittarif zu vereinbaren. Sobald sie das geschafft haben, wird Gazprom die Lieferungen von acht auf elf Milliarden Kubikmeter pro Jahr erhöhen.

    Die Parteien haben vereinbart, dass die Anteile von Gazprom und der polnischen PGNIG am Gemeinschaftsunternehmen Europolgaz je 50 Prozent betragen sollen, wie das auch im Regierungsabkommen von 1993 vorgesehen war. Jetzt gehören den Gasmonopolisten je 48 Prozent. Die restlichen vier Prozent gehören dem Unternehmen Gas Trading, an dem 43,41 Prozent der Aktien der PGNIG gehören.

    Somit hat PGNIG indirekt weitere 1,74 Prozent der Aktien von Europolgaz. Gazprom hat 16 Prozent der Gas-Trading-Aktien, weitere 35 Prozent werden von der Gesellschaft Bartimpex kontrolliert. Letzteres Unternehmen gehört dem polnischen Geschäftsmann Aleksander Gudzowaty, der die wichtigsten Entscheidungen bei Konfliktsituationen beeinflusst.

    Michail Kortschemkin, Chef von East European Gas Analysis, hat die Abkommen als „Sieg von Gazprom“ bezeichnet, der „das Gas auf einem übersättigten Markt verkaufen konnte“. Doch Russland hat ernsthafte Konzessionen bezüglich des Transittarifs einräumen müssen. Diese Frage war seit 2006 nicht geregelt. Nach Angaben von Valeri Nesterow (Troika Dialog) hatten Polens Forderungen 2,6 Dollar für die Beförderung von 1000 Kubikmeter auf 100 Kilometer erreicht. Gazprom weigert sich, den Tarif über zwei Dollar anzusetzen.

    Gestern wurde laut Russlands Energieminister Sergej Schmatko beschlossen, dass das Gemeinschaftsunternehmen nach einem Tarif arbeiten soll, der ihm „einen ausreichenden Vorrat an finanzieller Beständigkeit und einen kleinen garantierten Gewinn“ sichern werde. Die Höhe des Tarifs soll die polnische Partei bis Mittwoch vereinbaren, so Schmatko.

    Am 31. März hatte Gazprom seine Investitionen in Europolgaz auf circa 550 Millionen Dollar eingeschätzt (die Aktiva des Gemeinschaftsunternehmens betragen 1,9 Milliarden, die Schulden circa 740 Millionen). Die zusätzlichen zwei Prozent des Joint Ventures können mit Hinblick auf diese Schätzungen circa 23 Millionen Dollar kosten.

    Analytiker Dmitri Ljutjagin von der Investitionsgesellschaft „Veles Capital“ schätzt den zweiprozentigen Anteil an Europolgaz auf circa 50 Millionen Dollar. Er hält es für nicht ausgeschlossen, dass das Unternehmen diesen Anteil mit Geld bezahlen werde. Doch Analytiker Sergej Jurow von der Investitionsgesellschaft „Barrel“ sagt, dass es für Gazprom besser wäre, mit Gas zu bezahlen, da es dem Konzern an freien Geldmitteln mangle.

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