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    Gazprom spinnt Pipelinenetz in Europa weiter - „Kommersant“

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    Russland und Slowenien sollen am 14. November ein Regierungsabkommen über den Bau der Gasleitung South Stream unterzeichnen. Das kündigte die russische Tageszeitung „Kommersant“ am Dienstag an.

    MOSKAU, 10. November (RIA Novosti). Russland und Slowenien sollen am 14. November ein Regierungsabkommen über den Bau der Gasleitung South Stream unterzeichnen. Das kündigte die russische Tageszeitung „Kommersant“ am Dienstag an.

    Durch Slowenien soll South-Stream-Gas durch Serbien nach Norditalien fließen. Wenn sich diesem Projekt auch Österreich anschließt - was gerade heute auf höchster Ebene besprochen wird - dann wird South Stream mit der Kapazität von 63 Milliarden Kubikmeter Europa von drei Seiten umfassen.

    Die Ministerpräsidenten Russlands und Sloweniens, Wladimir Putin und Borut Pahor, sollen ein Dokument unterzeichnen, das den Bau einer neuen Pipeline auf slowenischem Territorium vorsehe, bestätigte ein Sprecher der russischen Regierung.

    „Slowenien bietet uns keine Steuervergünstigungen, weil es seine Entscheidung durch die Normen der Europäischen Union begründet“, betonte er. Bei Gazprom bestätigte man ebenfalls die Absicht zur Bildung eines paritätischen Joint Ventures in Slowenien für den Bau eines Pipelineabzweiges mit einer Kapazität von mehr als zehn Milliarden Kubikmeter.

    Der Generaldirektor des Instituts für Nationale Energiewirtschaft, Sergej Prawossudow, verwies in diesem Kontext darauf, dass Gazprom nach dem Beitritt Sloweniens zum South-Stream-Projekt nur noch die Unterzeichung des letzten Abkommens bevorstehe, und zwar mit Österreich, dem Hauptinitiator des Konkurrenzprojekts Nabucco.

    Der Experte bezweifelte allerdings, dass Wien auf die Teilnahme an South Stream verzichten würde, da die Perspektiven von Nabucco noch ziemlich unklar bleiben, nachdem die USA das jüngste Abkommen zwischen dem Iran und der Türkei über den Gasexport vom Vorkommen Südpars kritisch bewertet haben.

    Der Leiter der Beratungsfirma East European Gas Analysis, Michail Kortschemkin, wies seinerseits darauf hin, dass sich die Beziehungen zwischen Gazprom und dem österreichischen Konzern ÖMV noch im Januar 2008, gleich nach der Unterzeichnung eines Kooperationsabkommens, angespannt hatten.

    Bereits wenige Tage später weigerte sich nämlich der russische Monopolist, das Gas an Händler zu verkaufen, die sich Kapazitäten an der Trans Austria Gasleitung reserviert hatten. Nach Auffassung Kortschemkins haben Gazprom und ÖMV „den österreichischen Binnenmarkt einfach nicht teilen können.“

    Am Montag hatte ein Gazprom-Sprecher präzisiert, dass die Verhandlungen weiter gehen. Sie können allerdings von Präsident Dmitri Medwedew und Premier Wladimir Putin beschleunigt werden, denen heute in Moskau ein Treffen mit dem österreichischen Bundeskanzler Werner Faymann bevorsteht.

    Einem Kreml-Insider zufolge kann die Umsetzung des South Stream-Projekts zu einer der strategischen Richtungen der russisch-österreichischen Kooperation werden. Er berichtete, dass die Seiten zurzeit an einem Regierungsabkommen über den gemeinsamen Bau des österreichischen Pipelineabschnitts arbeiten.

    In Gazprom beteuerte man allerdings, dass „unsererseits keine Unterzeichnung von Dokumenten auf dem Plan steht.“

     

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