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    Krise als letzte Rettungschance für AvtoVAZ - „Wedomosti“

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    MOSKAU, 10. November (RIA Novosti). Der Vizepräsident und Russland-Chef des französischen Autobauers Renault, Christian Esteve, ist ein guter Beobachter des russischen Automarkts. Das stellte die Zeitung „Wedomosti“ in der Dienstagsausgabe fest.

    „Das Verhalten der Russen zum Lada ist eine Mischung aus Liebe und Hass“, sagte Esteve kürzlich und traf dabei den Nagel auf den Kopf, obwohl er kein Russe ist.

    Die Gründe für die Liebe zu den AvtoVAZ-Fahrzeugen sind klar: niedrige Preise, zugängliche Ersatzteile und viele Reparaturwerkstätten. Warum die Russen den Lada aber auch hassen, ist leicht erklärbar: die inakzeptable Qualität von Fahrzeugen und Ersatzteilen ist für niemanden ein Geheimnis.

    Es bleibt eine Kleinigkeit - die Qualität muss verbessert werden. „Dann gibt es auch Riesenschlangen mit Russen, die einen Lada kaufen wollen“, meint Esteve. Den Skeptikern verwies er auf die Erfahrungen der rumänischen Automarke Dacia, die ebenfalls Renault gehört, und der VW-Tochter Skoda.

    Es ist ja offensichtlich, dass das Management von Renault, das eine gut Milliarde Dollar für das AvtoVAZ-Sperrpaket ausgegeben hat, alles tut, um diesen Aufwand zu rechtfertigen.

    Das Problem ist aber, dass die Franzosen das Autowerk nicht verwalten dürfen. Das bedeutet, dass von ihnen in diesem Spiel nicht allzu viel abhängt. Esteve macht auch kein Geheimnis daraus: „Unser größtes Problem ist, dass Sie selbst nicht an sich glauben. In Togliatti gibt es ja keinen ‚Todesort‘! Sie müssen ja nur an das Beste glauben und etwas tun, um es zu erreichen.“

    AvtoVAZ hat immer noch eine Chance, sich zu retten. Denn jeder vierte Neuwagen, der in Russland verkauft wird, ist ein Lada. Aber die Uhr tickt gegen das Werk aus Togliatti. Es ist kein Zufall, dass die Top-Manager des Betriebs in privaten Gesprächen zugeben: Die Krise ist die letzte Rettungschance für AvtoVAZ.

    Damit muss das Unternehmen entweder die ganze Modellpalette in drei bis vier Jahren komplett erneuern und gleichzeitig die Qualität steigern, sonst steigt die Arbeitslosenzahl in Russland um weitere 100 000.

    Esteve zufolge wird AvtoVAZ bald keine eigenen Modelle mehr haben, höchstens nur einen supergünstigen Wagen auf der Basis des Kalina-Modells. Alles andere (auch unter der Marke Lada) werden de facto die Fahrzeuge von Renault-Nissan sein.

    Aber vielleicht wäre das umso besser? Schließlich ist das Auto ja nur ein Fortbewegungsmittel.

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