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    Gazprom sorgt sich um Umweltprobleme bei Schtokman-Erschließung - „Gazeta.Ru“

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    Der russische Energieriese Gazprom warnt, dass die Erschließung des Schtokman-Vorkommens das Gleichgewicht der Natur der Barentssee stören und sowohl die Tierwelt und die Atmosphäre als auch die Lebenstätigkeit der Menschen beeinflussen könnte.

    MOSKAU, 18. November (RIA Novosti). Der russische Energieriese Gazprom warnt, dass die Erschließung des Schtokman-Vorkommens das Gleichgewicht der Natur der Barentssee stören und sowohl die Tierwelt und die Atmosphäre als auch die Lebenstätigkeit der Menschen beeinflussen könnte.

    Darauf verweist die Online-Zeitung „Gazeta.Ru" am Mittwoch. Experten führen diese Offenheit des Gasmonolisten auf die Beteiligung von ausländischen Unternehmen an diesem Projekt zurück. Von den großen Umweltrisiken, die die Schtokman-Ausbeutung zur Folge haben könnte, ist in einem kürzlich veröffentlichten Gazprom-Bericht die Rede.

    „Für internationale Investoren sind die Umweltprobleme sehr wichtig - das ist nun einmal international üblich, und Gazprom zeigt durch sein Engagement für diese Probleme die Gemeinsamkeit der Interessen", sagte der Analyst der Verwaltungsgesellschaft Univer, Dmitri Alexandrow. „Außerdem gestattet die strikte Planung von Umweltprogrammen die Gewährung von zusätzlichen Mitteln für Naturschutzprojekte, Ausrüstung, etc.  Solche Projekte sind sehr kostspielig, und für den Schutz der Fische kann ja unbegrenzt viel Geld ausgegeben werden."

    Das Leben zeigt, dass die Umweltprobleme nicht vernachlässigt werden sollten. So wurde bei der Verlegung der Ölpipeline Ostsibirien - Pazifik (russ. Abk.: WSTO) eine ganze Reihe von Faktoren nicht berücksichtigt. Nachdem Umweltexperten Alarm schlugen, musste die Route der Pipeline korrigiert werden, was zusätzliche Ausgaben erforderte.

    Die ausländischen Investoren des Sachalin-2-Projekts haben sogar die Kontrolle darüber verloren und mussten das Kontrollpaket an Gazprom verkaufen, weil die Umweltaufsichtsbehörde Rosprirodnadsor ihre Arbeit durch endlose Inspektionen behinderte. Experten vermuten allerdings, dass es in diesem Fall vor allem um politische und nicht um Gründe des Umweltschutzes ging. Anderseits zeigt die Situation um Sachalin-2 ganz deutlich, dass die Umweltrichtlinien zu einer starken Waffe werden können.

    Das Schtokman-Vorkommen liegt im mittleren Schelfteil des russischen Sektors der Barentssee. Seine Vorräte betragen schätzungsweise 3,8 Billionen Kubikmeter Gas und nahezu 37 Millionen Tonnen Gaskondensat. Das Vorkommen kann sich zur Ressourcenbasis für die russischen Lieferungen auf die Märkte des Atlantik-Beckens entwickeln - sowohl für Pipeline- als auch für Flüssiggas. Gazproms Anteil am Schtokman-Projekt liegt bei 51 Prozent. Die Konzerne Total und StatoilHydro sind daran mit je 25 und 24 Prozent beteiligt.

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