07:34 15 Dezember 2017
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    Japanische Wirtschaft in Schieflage - Japans Vize-Premier

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    TOKIO, 20. November (RIA Novosti). Die japanische Wirtschaft erlebt eine Deflation. Das sagte der Stellvertretende Regierungschef Japans Naoto Kan auf einer Pressekonferenz am Freitag.

    Die japanische Regierung muss erstmals seit dreieinhalb Jahren die Wirtschaftslage des Landes als Deflation bezeichnen.

    „Wir sind uns im Klaren, dass wir eine Deflation erleben“, sagte Kan.

    Obwohl das Bruttoinlandsprodukt Japans schon zwei Quartale nacheinander Wachstum aufweist, nehmen die Preise im Groß- und Einzelhandel weiterhin ab.

    Kan rief die Zentralbank Japans auf, noch flexiblere Finanzmaßnahmen zu ergreifen, um eine weitere Deflation zu verhindern.

    Japans Finanzminister Hirohisa Fujii stellte aber klar, dass finanzielle Maßnahmen in dieser Situation einen beschränkten Charakter tragen. „Natürlich ist die Zentralbank Japans für die finanzielle Seite des Problems verantwortlich. Die Bank fährt eine Politik eines sehr niedrigen Diskontsatzes. Alles hat aber seine Grenzen. Es ist notwendig, auch wirtschaftliche Maßnahmen ins Visier zu nehmen, um das Beschäftigungsproblem zu lösen und die Nachfrage zu erhöhen“, sagte der Finanzminister nach einer Regierungssitzung am Freitag.

    Die japanische Wirtschaft erlitt seit der zweiten Hälfte der 1990er Jahre eine Deflation. Offiziell wurde das aber erst 2001 bekannt gegeben. Die Deflation hielt bis 2006 an.

    Die Weltfinanzkrise im Herbst 2008 verursachte die Drosselung der Produktion sowie einen Rückgang von Investitionen in Industrieausrüstungen und Personalentwicklung.

    Schwächeres Einkommen und eine instabile Wirtschaftslage tragen zu einer Nachfragereduzierung bei, was wiederum einen Preisabfall verursacht. All das kann bei einer ungünstigen Entwicklung einen neuen Produktionsrückgang und den Abbau von Arbeitsstellen zur Folge haben.

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