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    Russische Firmen teilen sich Ölprojekt in Turkmenien - "Kommersant"

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    MOSKAU, 20. November (RIA Novosti). Am heutigen Freitag unterzeichnet der unabhängige russische Gas- und Ölproduzent Itera einen Vertrag darüber, dass 51 Prozent am Projekt der Erschließung des 21. Blocks des turkmenischen Kaspi-Schelfs an die Firma Zarubezhneft (100 Prozent der Aktien gehören der Russischen Vermögensagentur) verkauft werden.

    Darüber schreibt die russische Zeitung "Kommersant" am Freitag.

    Somit übernimmt der Staat das erste mit Turkmeniens Präsident vereinbarte Projekt der Öl- und Gasförderung durch russische Unternehmen unter seine Kontrolle. Kurz davor konnte Itera den Zugang zur Pipeline ausbauen. Experten sehen einen Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen.

    "Das Abkommen werden wir am Freitag unterzeichnen, der Kauf und Verkauf selbst wird bis Jahresende abgeschlossen werden", sagte Nikolai Brunitsch, Chef von Zarubezhneft, der Zeitung. Nach Abschluss des Deals hält Itera 49 Prozent am Block.

    Der tatsächliche Wert der Transaktion lasse sich kaum einschätzen, es lägen nämlich keine präzisen geologischen Angaben über die Vorräte und die mögliche Gewinnung vor. Itera habe viel Erfahrung in Turkmenien, doch der hinzukommende Abschnitt sei für den Konzern zu groß. Deshalb habe er es vorgezogen, sich die Risiken mit dem staatlichen Unternehmen zu teilen, meint Valeri Nesterow von Troika Dialog.

    Bisher haben sich russische Unternehmen nicht an Projekten der Öl- und Gasförderung in Turkmenien beteiligt. Itera hat dort die Tochterfirma Zarit, die den Zuschlag für einige Blöcke am Kaspi-Schelf bekannt gegeben hat. Allerdings ist dies bislang ihr einziges reales Projekt in dem zentralasiatischen Land.

    Gazprom ist es bisher nicht gelungen, eine Lizenz für die Öl- und Gasförderung  oder bei einer Ausschreibung über den Bau der Ost-West-Gaspipeline vom riesigen Vorkommen Juschny-Iolotan bis zum Kaspischen Meer den Zuschlag zu bekommen.

    "Vor dem Hintergrund der politischen Krise in den Beziehungen zwischen Moskau und Aschchabad wegen der Unterbrechung des turkmenischen Gasexports im April fiel es Itera schwer, die Förderlizenz zu erhalten; um so wertvoller ist sie für Russland", sagt Maxim Schejin von Brokerkreditservice.

    Nach Angaben von Nesterow verursacht Zarubezhneft "die geringste Reizung" in den kühler werdenden Beziehungen zwischen Turkmenien und Russland. Die Abkommensbedingungen seien allen Seiten genehm, wenn sich die Bedingungen des Product-Sharing-Abkommens nicht verändern.

    Gestern erhöhte Itera zudem die Gaslieferungen vom Vorkommen Beregowoje ins russische Pipelinenetz von täglich fünf bis sechs Millionen (im April) auf 14 Millionen Kubikmeter. Vitali Gromadin, Analyst von Arbat Kapital, ist der Ansicht, dass das Zugeständnis von Itera in Turkmenien mit der Zulassung dieses Unternehmens zum Gastransportsystem durch Gazprom zusammenhängen.

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