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    Russland will Renault-Technologie für AvtoVAZ – "Kommersant"

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    AvtoVAZ-Krise (26)
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    Die Unterzeichnung zweier wichtiger Abkommen ist während des heutigen Frankreich-Besuchs des russischen Regierungschefs Wladimir Putin geplant, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Freitag.

    MOSKAU, 27. November (RIA Novosti). Die Unterzeichnung zweier wichtiger Abkommen ist während des heutigen Frankreich-Besuchs des russischen Regierungschefs Wladimir Putin geplant, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Freitag.

    Es geht konkret um die Partnerschaft des russischen Automobilherstellers AvtoVAZ mit Renault und um die Beteiligung des Konzerns Electricite de France (EdF) am South-Stream-Projekt.

    Laut "Kommersant"  handelt es sich lediglich um Absichtsvereinbarungen, Einzelheiten wurden bisher nicht erläutert. Bekannt ist nur, dass Renault ein größeres AvtoVAZ-Aktienpaket erhalten kann, wofür die Russen jedoch einen Anteil am französischen Konzern bekommen. Dieser Deal kann noch teurer werden, wenn Frankreich der Zugang zu Energieträgern in Russland versprochen wird.

    Einer den AvtoVAZ-Renault-Verhandlungen nahe stehenden Quelle zufolge kommt der Beteiligungstausch in Frage, nach dem der französische Konzern nicht mehr das Sperr-, sondern das Kontrollpaket bei AvtoVAZ erhält, während die russische Seite Renault-Aktien bekommt.

    Eine Quelle in der Regierung präzisierte, dass auf der Tagesordnung auch die Variante stehe, dass Renaults Anteil an AvtoVAZ zwar erhöht, doch ein Kontrollpaket nicht erreichen werde. Die russische Seite sei im Gegenzug bereit, französischen Unternehmen den Zugang zu Energieressourcen wesentlich zu erleichtern.

    Die Insider erläuterten allerdings nicht, wer genau - der Staat, die staatliche Technologieholding Rostechnologii oder unmittelbar AvtoVAZ - die Renault-Aktien erhalten könnte. Der Wert der beiden Unternehmen ist allerdings nicht vergleichbar.

    Renaults Börsenwert an der Pariser Euronext habe am Donnerstag 8,99 Milliarden Euro betragen, während die Börsenwert von AvtoVAZ an der russischen Börse RTS bei lediglich 887 Millionen Dollar (umgerechnet 591 Millionen Euro) lag. Damit könne Moskau für das AvtoVAZ-Sperrpaket etwa 1,5 Prozent der Renault-Aktien erhalten, wenn die Aktien marktorientiert bewertet werden sollten, stellte Juli Matewossow, Experte der Investitionsgesellschaft Aton, fest.

    Sein Kollege Kyrill Tschuiko von der UBS Bank stimmte zu, dass die russische Seite nur mit einem symbolischen Renault-Anteil rechnen dürfte. Renaults beide größten Aktienbesitzer (französische Regierung mit 15,01 Prozent und Nissan mit 15 Prozent) werden Russland kaum einen größeren Aktienanteil überlassen.

    „Für AvtoVAZ ist es jedoch nicht notwendig, sich am Renault-Management

    zu beteiligen, sondern nur Technologien zu erhalten", so Tschuiko weiter. „Aus dieser Sicht könnte der Austausch der Aktiva, der Renault eine größere Kontrolle über AvtoVAZ gestatten und gleichzeitig Russlands Absicht zu aktiverer Teilnahme an gemeinsamen Geschäften zeigen würde, den richtigen Hintergrund für die Übergabe von französischen Technologien an AvtoVAZ schaffen."

    Durch die Erhöhung seines Anteils an AvtoVAZ wird Renault auch eine größere Verantwortung für dessen Arbeit übernehmen. Um die skeptischen Franzosen zu diesem Schritt zu bewegen, wird Moskau versprechen, Zugang zu den russischen Energieressourcen zu gewähren. Zu diesem Zweck ist die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zum Einstieg von EdF in das South-Stream-Projekt geplant, das nach Nord Stream zweitbedeutendste Projekt Russlands im Energiebereich.

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