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    Gazprom bleibt gelassen: Turkmenistan pumpt Gas nach China - „Kommersant"

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    Gestern ist die Pipeline Turkmenistan - Usbekistan - Kasachstan - China offiziell eingeweiht worden, heißt es in der „Kommersant" vom Dienstag

    MOSKAU, 15. Dezember (RIA Novosti). Gestern ist die Pipeline Turkmenistan - Usbekistan - Kasachstan - China offiziell eingeweiht worden, heißt es in der „Kommersant" vom Dienstag.

    Wie Michail Kortschemkin, Direktor von East European Gas Analysis, in seinem Beitrag für die Zeitung schreibt, handelt es sich um das erste große Pipeline-Projekt im postsowjetischen Raum, das ohne Gazprom verwirklicht worden ist. Doch der russische Gasriese erleidet dadurch keinen Schaden.

    Deswegen ist es wohl kein Zufall, dass Gazprom ebenso wie der Kreml eine neutrale Einstellung zum Projekt zeigte und es bei offiziellen Reden und Pressekonferenzen kaum erwähnte. Die russischen Medien jedoch äußerten sich häufig misstrauisch und skeptisch. Analysten und Kommentatoren hegten vor allem Zweifel, dass die turkmenischen, chinesischen und britischen Experten die Gasvorräte der Vorkommen der Iolotan-Jaschlar-Gruppe richtig eingeschätzt haben.

    Die letzte Nachricht über die „Manipulation von Angaben über die Ergebnisse der Erkundungsarbeiten und die förderbaren Vorräte" tauchte im Oktober auf, als nur noch zwei Monate bis zum Abschluss der Bauarbeiten an der Pipeline übrig waren. Doch offensichtlich haben den chinesischen Staatsölkonzern CNPC, der an der Gasförderung in Turkmenistan teilnimmt, die Argumente seiner Fachleute überzeugt, weshalb das Projekt äußerst schnell in die Tat umgesetzt wurde.

    Dennoch lässt sich mit einem unvoreingenomenen Blick auf die Situation der Schluss ziehen, dass der Bau der Transasiatischen Gaspipeline ein positives Ereignis für Gazprom ist.

    Erstens ist es für die russische Seite sehr wichtig, dass das turkmenische Gas nicht nach Europa fließen wird. Jede Andeutung auf direkte Gaskontakte zwischen Aschchabad und Brüssel sorgte für scharfe Widerworte aus Moskau. Doch eine Pipeline zwischen Turkmenistan und China sah Gazprom nie als Bedrohung für eigene Verhandlungen mit Peking.

    Zweitens ist nicht weniger wichtig, dass Turkmenistan es allmählich schaffen wird, die von Gazprom verursachten Wirtschaftsverluste auszugleichen. Wegen der einseitigen Nichterfüllung des langfristigen Vertrags und des zusätzlichen Abkommens vom 1. Januar 2009 durch den russischen Gasmonopolisten hat Turkmenistan mindestens ein Viertel seines jährlichen BIPs verloren.

    Wenn es das chinesische Projekt nicht gäbe, könnte Turkmenistan die Verhandlungen über die Errichtung der Transkaspischen Pipeline und die Teilnahme am Pipeline-Projekt Nabucco ankurbeln. Das würde Gazprom viel mehr Unannehmlichkeiten bereiten.

    Insgesamt haben sich die Richtung und die Zeit der Umsetzung des Pipeline-Projekts Turkmenistan - Usbekistan - Kasachstan - China sehr glücklich für Russand gefügt.

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