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    Russische Konzerne von schärferen US-Sanktionen gegen Iran kaum betroffen - "Nesawissimaja Gaseta"

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    Das US-Repräsentantenhaus hat gestern einem Gesetzentwurf zugestimmt, der US-Präsident Obama in die Lage versetzt, Unternehmen zu bestrafen, die Erdölverarbeitungserzeugnisse an Iran liefern. Darüber schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    MOSKAU, 17. Dezember (RIA Novosti). Das US-Repräsentantenhaus hat gestern einem Gesetzentwurf zugestimmt, der US-Präsident Obama in die Lage versetzt, Unternehmen zu bestrafen, die Erdölverarbeitungserzeugnisse an Iran liefern. Darüber schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Die Obama-Administration ist anscheinend bislang gegen die Anwendung solcher Maßnahmen. Teheran erklärte gestern, sie würden wirkungslos bleiben. Experten zufolge würden sie auch russischen Unternehmen kaum schaden.

    Im Gesetzentwurf sind die konkreten Unternehmen, die von den Sanktionen betroffen sind, nicht genannt worden. Laut Angaben ausländischer Medien erhalten die Iraner einen großen Teil des Imports von der schweizerischen Vitol, der schweizerisch-niederländischen Trafigura, der französischen Total, der schweizerischen Glencore und britischen BP sowie von der indischen Reliance.

    Nina Mamedowa, Iran-Expertin am Institut für Orientalistik an der Russischen Akademie der Wissenschaften, stellte in einem Interview für die "Nesawissimaja Gaseta" fest, dass Iran schon seit Jahren mit US-Restriktionen zu tun habe. Deshalb habe Teheran im Mai dieses Jahres infolge der Einschränkungen den Verkauf von Brennstoffen an die Bevölkerung rationieren müssen, was die sozialen Spannungen erhöht habe. Damals sei es der Islamischen Republik gelungen, die Versorgung durch illegale Lieferkanäle zu sichern.

    In Iran sei der Bau von drei neuen Ölraffinerien beinahe abgeschlossen worden, demnächst würden vier weitere folgen, sagte Mamedowa. Einige davon entstünden mit ausländischer, hauptsächlich chinesischer Beteiligung. Die Expertin hält es für wenig wahrscheinlich, dass Obama die chinesischen Firmen bestrafen werde. Ende November teilten die Iraner mit, dass die chinesische SINOPEC und die National Iranian Oil Refining and Distribution Co. eine Absichtsvereinbarung unterzeichnet hätten. In den nächsten zwei Monaten würden sie ein Abkommen über den Bau von sieben Raffinerien in der Islamischen Republik schließen. Die chinesischen Investitionen betrügen 6,5 Milliarden Dollar.

    Inzwischen versucht Iran, nachdem es sich Chinas Unterstützung gesichert hat, das wirtschaftliche und politische Interesse Russlands an einer Zusammenarbeit auszubauen. Gazprom erhielt das Angebot, am Bau der „Friedensgaspipeline" (Iran - Pakistan - Indien) teilzunehmen. Bis Jahresende sollen die Anteile der Teilnehmer an dem Konsortium, das den Bau der Gasleitung zuständig ist, bestimmt werden. In Teheran weiß man sehr wohl, dass Russland an dem Projekt außerordentlich stark interessiert ist: Dadurch könnte verhindert werden, dass iranisches Gas in die Nabucco-Pipeline gepumpt wird, die mit dem russischen South-Stream-Projekt konkurriert.

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