15:10 22 August 2017
SNA Radio
    Wirtschaft

    Klimaschutz im Sonderangebot: CO2-Markt bricht ein - „Gazeta.Ru“

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    Klimakonferenz in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen (44)
    0 0 0 0

    Das in Kopenhagen geplatzte Klimaabkommen, das das Kyoto-Protokoll ablösen sollte, hat den Markt der CO2-Ausstoßquoten zum Einsturz gebracht, stellte die Onlinezeitung „Gazeta.Ru" am Dienstag fest.

    MOSKAU, 23. Dezember (RIA Novosti). Das in Kopenhagen geplatzte Klimaabkommen, das das Kyoto-Protokoll ablösen sollte, hat den Markt der CO2-Ausstoßquoten zum Einsturz gebracht, stellte die Onlinezeitung „Gazeta.Ru" am Dienstag fest.

    Experten zufolge wurde dadurch die Existenz des Quotenmarkts gefährdet. Für Russland ist das alles jedoch kaum relevant.

    Nachdem die Teilnehmer des UN-Klimagipfels keine Einigung bezüglich des neuen Klimaabkommens erreicht hatten, sind am Montag in Europa die Quotenpreise für den CO2-Ausstoß um acht Prozent geschrumpft.

    Der Preiseinsturz lasse sich zweifellos auf die nicht in Erfüllung gegangenen Erwartungen zum Kopenhagener Gipfel zurückführen, sagte der Direktor des Zentrums für Umweltinvestitionen, Michail Julkin. Das Problem bestehe nämlich in den von Anfang an überhöhten Erwartungen.

    „Es entstand der Eindruck, dass das Treffen in Kopenhagen die Verpflichtungen der Länder bis zum Jahr 2020 festlegen würde. Aber wenn sich Vertreter von 200 Ländern in einem Raum versammeln und sich zwei Wochen lang um die Lösung von enorm schweren Problemen bemühen, dann ist dieser Versuch zum Scheitern verdammt", so der Experte. „Dabei ist der Quotenmarkt sehr sensibel und reagiert auf unterschiedliche politische Umstände. Weil er selbst zum großen Teil die Folge von politischen Entscheidungen ist."

    Jetzt sei das Schicksal des schätzungsweise 130 Milliarden Dollar umfassenden Quotenmarktes (Wachstum im Jahr 2008 um 80 Prozent) als einer Marktinstitution überhaupt fragwürdig, vermuten Experten. „Für ein Geschäft ist es wichtig, langfristig bestimmte Spielregeln zu haben", so Julkin. „In Kopenhagen wurden sie nicht festgelegt." Es sei durchaus möglich, dass die rosigen Prognosen über das Umsatzwachstum des Quotenmarktes auf drei Billionen Dollar bis 2020 nicht in Erfüllung gehen.

    Die Probleme des internationalen Quotenmarkts berühren aber kaum Russland. „Wir handeln gar nicht mit unseren Quoten, obwohl wir damit im vorigen Jahr hätten beginnen können", fuhr Julkin fort. „Wenn alle unsere legislativen Mechanismen funktioniert hätten, dann hätten wir bereits in diesem Jahr etwa eine Milliarde Dollar für den Verkauf unserer Quoten kassieren können." 

    Russland habe eine riesengroße Reserve von nicht gebrauchten Quoten im Rahmen des Kyoto-Protokolls und möchte diese Reserve auch nach 2012 behalten. „Aber aus mehr als 100 von russischen Unternehmen initiierten ‚Kyoto-Projekten‘ wurde bisher kein einziges gebilligt", konstatierte der Experte.

    Themen:
    Klimakonferenz in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen (44)
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren