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    Russland und Turkmenien geben wieder Gas - Presse

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    Nach neunmonatiger Pause wird Gazprom wieder Gaslieferungen aus Turkmenien beziehen, berichten russische Zeitungen am Mittwoch.

    MOSKAU, 23. Dezember (RIA Novosti). Nach neunmonatiger Pause wird Gazprom wieder Gaslieferungen aus Turkmenien beziehen, berichten russische Zeitungen  am Mittwoch.

    Während des gestrigen Besuchs von Präsident Dmitri Medwedew in Aschchabad wurde die Wiederaufnahme der Gaslieferungen ab dem kommenden Jahr beschlossen. Turkmenien wird jährlich bis 30 Milliarden Kubikmeter Gas liefern. Der Gaspreis wird nach der europäischen Preisformel festgelegt, Gazprom wird wohl vom Weiterverkauf nicht profitieren. Der russische Gasriese muss das turkmenische Gas an sich binden, damit es nicht das konkurrierende Pipeline-Projekt Nabucco in die Hände bekommt.

    Die Preisfrage war das größte Geheimnis der gestrigen Verhandlungen. Ein Gazprom-Manager weigerte sich vehement, den Gaspreis sowie die Liefermenge aus Turkmenien zu nennen, weil es sich um Geschäftsgeheimnis handele. Er betonte nur, dass der Preis auf einem Niveau bleiben werde, damit man das Gas „gewinnbringend nach Europa weiterverkaufen könnte". Turkmenien kann durchschnittlich 250 bis 300 US-Dollar je 1000 Kubikmeter im Jahr bekommen. Diese Summe wolle der zentralasiatische Staat ungefähr bekommen, betonte eine Quelle aus dem Umfeld von Gazprom.

    Ein Teilnehmer der Verhandlungen teilte mit, diese Formel erinnere an jene, die im Vertrag mit Naftogaz Ukrainy gebraucht worden war. Es handele sich um 195 US-Dollar je 1000 Kubikmeter. Das sei aber kein endgültiger Preis. „Die wirklichen Zahlungen werden etwas höher als der genannte Betrag sein", erklärte eine Quelle aus der russischen Delegation.

    Die Unterzeichnung des Vertrags sei eine absolut politische Entscheidung, sagt Michail Krutichin, Partner der Consulting-Gesellschaft RusEnergy. Russland gibt zu verstehen, dass trotz seines schwächer gewordenen Einflusses in der Energiewirtschaft Zentralasiens, es immer noch die wichtigste Rolle in der Region spiele.

    „Für den Monopolisten ist es wichtig, die turkmenischen Gaslieferungen zu behalten, sie an Russland zu binden, damit Turkmenien nicht damit beginnt, Gas für die Nabucco-Pipeline zu liefern", erklärte Dmitri Ljutjagin, Analyst der Investmentgesellschaft Veles Capital. „Wenn der Gasverbrauch in Europa wieder hergestellt wird, wird Russland in der Lage sein, eine größere Gasmenge aus Turkmenien zu beziehen."

    Erreichte Vereinbarungen begraben das „Nabucco"-Projekt, weil das in Turkmenien ausbringbare Gas bereits zwischen Russland, Iran und China aufgeteilt worden war. Das Gas aus Aserbaidschan reiche nicht, um die europäische Pipeline zu füllen, so Sergej Prawossudow, Direktor des Nationalen Energieinstituts.

    Für die politischen Vorteile muss Gazprom einen hohen Preis zahlen. Nach Einschätzungen von Michail Kortschemkin, Direktor von East European Gas Analysis, verliert Russlands Staatskasse 2,9 Milliarden US-Dollar an Zollgebühren beim Kauf von 30 Milliarden Kubikmeter Gas in Turkmenien (beim Durchschnittspreis des europäischen Exports von 320 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter).

    Der Gewinn von Gazprom wird sich um 3-3,5 Milliarden US-Dollar verringern. Die Haushaltseinnahmen sowie die Gewinne von Gazprom würden wegen der Reduzierung der russischen Gasmenge im Exportgeschäft sinken, so der Experte.

    Quellen: „RBC Daily" vom 23.12.09, „Gazeta.Ru" vom 22.12.09, "Kommersant" vom 23.12.09

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