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    Russland bekommt Know-how zum AKW-Abbau – „Kommersant“

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    Atomstroyexport, Tochter der russischen Atomholding Rosatom, hat kürzlich relativ günstig nicht nur seine erste europäische Beteiligung, die deutsche Firma Nukem Technologies, gekauft, sondern auch das bislang in Russland nicht vorhandende Know-how zum AKW-Abbau.

    MOSKAU, 25. Dezember (RIA Novosti).  Atomstroyexport, Tochter der russischen Atomholding Rosatom, hat kürzlich relativ günstig nicht nur seine erste europäische Beteiligung, die deutsche Firma Nukem Technologies, gekauft, sondern auch das bislang in Russland nicht vorhandende Know-how zum AKW-Abbau.

    Das stellt die Zeitung "Kommersant" in der Freitagsausgabe fest.

    Der Deal wurde Mitte Dezember über die Bühne gebracht. Ursprünglich hatte der Preis für diese Beteiligung bei 70 Millionen Euro gelegen. Letztendlich wurde er aber auf 23,5 Millionen Euro gesenkt. Atomstroyexport-Vizepräsident Alexander Gluchow erläuterte, dass Nukem Technologies Spitzenreiter im Umgang mit abgebranntem Kernbrennstoff und anderem Atomabfall in Ost- und Mitteleuropa sei. Die Aufträge an Nukem Technologies belaufen sich insgesamt auf nahezu 400 Millionen Euro. Das Unternehmen habe mehrere Projekte zur Außerbetriebnahme von gefährlichen Atomanlagen umgesetzt, unter anderem für nach russischem Modell gebaute AKW.

    „Von uns wurden Bankgarantien in Bezug auf alle unsere Verpflichtungen in Höhe von mehr als 500 Millionen Euro verlangt", berichtete Alexander Gluchow über die Schwierigkeiten im Vorfeld des Deals. „Wir konnten aber die Besitzer überzeugen, dass Rosatom und Atomstroyexport an der Arbeit in diesem Segment des Atomenergiemarktes sowie an der Entwicklung des Unternehmens interessiert sind. Bis Dezember 2011 haften wir für alle Verpflichtungen von Nukem Technologies gegenüber dem ehemaligen Besitzer, aber der Punkt über Bankgarantien konnte aus dem Vertrag gestrichen werden." Es sei nur die Erfüllung der aktuellen Verträge von Nukem Technologies garantiert worden, wofür die russische Bank VTB gegenüber der Commerzbank in Höhe von 66 Millionen Euro zuständig sei, fügte Gluchow hinzu.

    Den Abbau von gefährlichen Atomenergieobjekten nannte der Atomstroyexport-Vizepräsident „eine seltene Kompetenz auf dem russischen Markt." „In Russland wurde diese Aufgabe noch nie als ein ganzer Komplex gelöst", betonte er.

    Der Analyst der Finanzgesellschaft Uralsib, Alexander Selesnjow, verwies  darauf, dass russische Atommeiler im Durchschnitt vor 26 bzw. 27 Jahren gebaut worden seien und dass sie früher oder später außer Betrieb gesetzt werden müssen.

    Atomstroyexport will das Know-how von Nukem Technologies sowohl im Ausland als auch im Inland einsetzen.

    Bis 2015 wird der Umsatz des internationalen Atomabfallmarkts laut

    Atomstroyexport bei 2,5 bis 2,7 Milliarden Euro liegen, der des Marktes für abgebrannten Kernbrennstoff bis sechs Milliarden Euro und der des AKW-Abbaumarkts drei bis 3,5 Milliarden Euro betragen.

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