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    Riskanter Einstieg: Russische Ölkonzerne engagieren sich in Venezuela - Presse

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    Gestern haben das russische Nationale Ölkonsortium und der venezolanische Staatsenergiekonzern PdVSA die Papiere für die Gründung eines Joint Venture zur Ölförderung im Orinoco-Becken unterzeichnet.

    MOSKAU, 02. Februar (RIA Novosti). Gestern haben das russische Nationale Ölkonsortium und der venezolanische Staatsenergiekonzern PdVSA die Papiere für die Gründung eines Joint Venture zur Ölförderung im Orinoco-Becken unterzeichnet.

    Die russischen Unternehmen sollen 20 Milliarden Dollar in das Projekt investieren und einen Bonus für die Unterzeichnung in Höhe von einer Milliarde Dollar zahlen. Die Experten schätzen das Projekt als wirtschaftlich günstig, doch riskant wegen der politischen Situation in Venezuela ein.

    Die Vorräte des Blocks Junin-6 im erdölführenden Gebiet des Orinoco-Flusses mit einer Fläche von 447,7 Quadratkilometer betragen 5,16 Milliarden Tonnen Öl. Die geologischen Ressourcen werden auf 8,83 Milliarden Tonnen geschätzt. Nach dem Regierungsabkommen vom 10. September 2009 sollen 60 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen der Corporacion Venezolana del Petroleo (zu 100 Prozent eine Tochter der PdVSA) und 40 Prozent dem russischen Nationalen Ölkonsortium gehören. Das Konsortium besteht aus Gazprom, Lukoil, Rosneft, Surgutneftegas und TNK-BP mit je 20 Prozent für jeden Konzern.

    Der Grund für die immensen Investitionen ist die hohe Viskosität des Öls im Orinoco-Gürtel. Um dieses Öl zu verarbeiten, müssen spezielle Anlagen gebaut werden, die die Qualität des geförderten Öls auf Verkaufsqualität erhöhen sollen. Die Errichtung einer solchen Anlage wird sechs bis 6,5 Milliarden Dollar kosten.

    Die russischen Unternehmen geben nicht bekannt, wie viel sie in diesem Jahr für das Projekt ausgeben wollen. Einem Mitarbeiter eines Unternehmens, das zum Nationalen Ölkonsortium gehört, zufolge haben die Venezolaner den russischen Ölunternehmen deutlich bessere Arbeitsbedingungen angeboten als der italienischen Eni und der chinesischen CNPC.

    Experten schätzen die Abkommen mit Venezuela als attraktiv ein. „In geologischer Hinsicht ist der Block ziemlich zukunftsträchtig, nebenan ist der riesige US-Markt, und die russischen Unternehmen arbeiten bislang erstaunlich gut untereinander abgestimmt", sagt Michail Krutichin von RusEnergy. Doch laut Krutichin könnten die innenpolitischen Umstände der Realisierung des Projekts im Wege stehen. Seit Ende Dezember fanden im Land massive Oppositionsproteste statt, die den Rücktritt von Präsident Hugo Chavez forderten. Die Unzufriedenheit mit der Regierung ist wegen der Energiekrise und der Währungsabwertung gestiegen.

     „Die politischen Risiken in Venezuela sind groß, und wir müssen umsichtig arbeiten", sagt Krutichin. „Sonst kann es genauso kommen wie im Irak, als unsere Unternehmen eine Menge Abkommen mit Saddam Hussein unterzeichneten und die Projekte im Endeffekt verloren". Das Geld, das die russischen Unternehmen in die Erschließung von Junin-6 investieren werden, hätten auch in Russland effizient ausgegeben werden können, sagt Valeri Nesterow von Troika Dialog.

    Quellen: "Kommersant", "Wedomosti" vom 02.02.10

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