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    Strom für Europa: Baustart für Atomkraftwerk in Kaliningrad - „Wedomosti"

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    Heute soll im Gebiet Kaliningrad der Grundstein für das „Baltische Atomkraftwerk" gelegt werden, schreibt am Donnerstag die Zeitung „Wedomosti".

    MOSKAU, 25. Februar (RIA Novosti). Heute soll im Gebiet Kaliningrad der Grundstein für das „Baltische Atomkraftwerk" gelegt werden, schreibt am Donnerstag die Zeitung „Wedomosti".

    Es handele sich um das erste Atomkraftwerk, das nach der Sowjetära in einer bisher atomfreien Region gebaut wird, sagte ein Vertreter der russischen Atomholding Rosatom. Bisher waren nur neue Energieblöcke in bereits existierenden Kraftwerken errichtet worden.
    Das Atomkraftwerk in Kaliningrad zählt zu den ehrgeizigsten Projekten von Rosatom. Der erste Energieblock soll bis 2016, der zweite bis 2018 fertiggestellt sein. Die Leistung eines jeden soll 1150 Megawatt betragen. Die Investitionen belaufen sich auf fünf Milliarden Euro.
    2010 sollen 3,6 Milliarden Rubel (rund 90 Millionen Euro) in die Errichtung des „Baltischen Atomkraftwerks" investiert werden. 2011 sollen die Investitionen bereits acht Milliarden Rubel (rund 200 Millionen Euro) betragen, sagte ein Rosatom-Vertreter. „Heute habe ich eine Verordnung darüber unterzeichnet, dass 53 Milliarden Rubel (rund 1,3 Milliarden Euro) für die Errichtung von Atomkraftwerken ausgeschüttet werden sollen", sagte Ministerpräsident Wladimir Putin. Insgesamt soll Rosatom im laufenden Jahr 101,7 Milliarden Rubel (rund 2,5 Milliarden Euro) in den Bau von Atomkraftwerken investieren, darunter 48,5 Milliarden Rubel (rund 1,25 Milliarden Euro) aus dem eigenen Etat und Anleihen. Das teilte ein Sprecher der russischen Atomholding mit.

    Außerdem verhandle Rosatom über die Beteiligung von ausländischen Investoren an der Errichtung des Atomkraftwerks in der russischen Ostsee-Exklave. Die Beteiligung soll höchstens 49 Prozent betragen. Weitere Details gab der Rosatom-Sprecher nicht bekannt.
    Das Gebiet Kaliningrad braucht so viel Strom nicht. 70 Prozent seines Strombedarfs deckt der erste Block des Kaliningrader Wärmekraftwerks TEZ-2 mit einer Leistung von 450 Megawatt. 2010 soll der zweite Block in Betrieb genommen werden. Den Rest bekam die Region vom Atomkraftwerk Ignalina in Litauen sowie von anderen russischen Regionen.

    Doch das litauische Atomkraftwerk musste auf Forderung der EU am 31. Dezember 2009 stillgelegt werden. Die Stromlieferungen aus Russland müssen Weißrussland passieren. Das Kaliningrader Wärmekraftwerk TEZ-2 gehört zu 49 Prozent dem Unternehmen Inter RAO, das wiederum zu 57 Prozent Rosatom gehört.

    Die neuen Energiekapazitäten werden den Bedarf des Gebiets Kaliningrad vollständig decken, doch damit solle Exportpotential geschaffen werden, sagte ein Rosatom-Sprecher. Inter RAO erwäge ein Projekt, nach dem ein Stromkabel nach Deutschland auf der Nord-Stream-Route gezogen werden soll, sagte Vorstandsmitglied von Inter RAO, Dangiras Mikalajunas, im September 2009. -0- my/EH/MI
     

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