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    Eni-Chef Scaroni bekräftigt Treue zum Gasprojekt South Stream (Zusammenfassung)

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    Der Chef des großen italienischen Energiekonzerns Eni, Paolo Scaroni, hat seine Treue zum Gasprojekt South Stream bekräftigt.

    ROM, 13. März (RIA Novosti). Der Chef des großen italienischen Energiekonzerns Eni, Paolo Scaroni, hat seine Treue zum Gasprojekt South Stream bekräftigt.

    Nach Angaben italienischer Medien dementierte Scaroni am Freitag auch Presseberichte, nach denen es zwischen Eni und dem russischen Gasmonopolisten Gazprom gewisse Gegensätze zum Projekt gebe. "Ich schließe jegliche Komplikationen in den Beziehungen zu Gazprom aus. Wir beteiligen uns zu 100 Prozent an dem Projekt und glauben an einen Erfolg. Das ist ein Projekt, das wir unbedingt umsetzen wollen", betonte der Eni-Chef.

    Zuvor hatte Scaroni vorgeschlagen, "die Projekte South Stream und Nabucco in der gewissen Etappe zusammenzulegen". Dadurch würden beachtliche Mittel gespart, sagte er Anfang der Woche. Am Freitag erläuterte der Eni-Chef, dass er eine Pipeline auf dem Territorium Bulgariens gemeint hatte, in die sowohl South Stream als auch Nabucco münden würden. Dabei bezeichnete Scaroni den Standpunkt als einen Fehler, dass die beiden Projekte mit einander konkurrierten. Allerdings gab er zu, dass die Nabucco-Partner noch keine Gasquellen für ihre künftige Pipeline gefunden hatten. Das sei wohl die größte Schwäche des Projekts.

    Scaroni befürwortete den vereinbarten Einstieg des französischen Energiekonzerns EdF in das Projekt South Stream. "Wir brauchen nur, dies am Verhandlungstisch zu erörtern. Ich bin sicher, dass es keine Probleme geben wird", sagte er.

    Fast zeitgleich hatte der US-Sonderbeauftragte für Energiefragen, Richard Morningstar, am Freitag in Rom die Idee der Vereinigung beider Pipelines als interessant bezeichnet. "Wichtig ist, dass diese Idee diskutiert werden soll." Morningstar machte keinen Hehl daraus, dass die Regierung in Washington das Nabucco-Projekt favorisiert, und sagte zugleich, dass es Russland nichts daran hindert, Energieträger (für Nabucco) zu liefern. "Russland könnte in das Projekt einsteigen, ohne dass Moskau eine totale Kontrolle darüber erhält", wurde Morningstar von der italienischen Nachrichtenagentur Apcom zitiert.

    Über die Gaspipeline South Stream zwischen Russland und Italien soll Südeuropa mit Erdgas versorgt werden. Das Projekt im voraussichtlichen Gesamtwert von 25 Milliarden Euro wird von Gazprom und Eni realisiert. Vor kurzem wurde der Einstieg des französischen Energiekonzerns Electricite de France (EdF) vereinbart.

    Die ersten Lieferungen sind für 2013 geplant. Ein 900 Kilometer langer Teil der Leitung - zwischen der russischen und der bulgarischen Schwarzmeerküste - wird auf dem Meeresgrund verlegt. Die geplante Durchsatzkapazität der Pipeline beträgt 63 Milliarden Kubikmeter im Jahr. Ab 2015 werden voraussichtlich rund 35 Prozent des gesamten russischen Gases über die Leitung nach Europa fließen. Die Pipeline soll die Abhängigkeit von Transitländern, vor allem von der Ukraine und der Türkei, verringern.

    Für den Bau der Nabucco-Leitung, über die Erdgas von Feldern im Kaspischen Meer via Türkei und Balkan in Umgehung Russlands nach Zentraleuropa gepumpt werden soll, ist das Konsortium Nabucco Gas Pipeline International GmbH zuständig. Gesellschafter des Projekts sind die OMV Gas & Power GmbH (Österreich), MOL (Ungarn), Bulgargaz (Bulgarien), Transgaz (Rumänien), Botas (Türkei) und die RWE Supply & Trading GmbH (Deutschland) mit einem Anteil von jeweils 16,67 Prozent.

    Die rund 3300 Kilometer lange Pipeline soll eine Durchsatzkapazität von 31 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr haben. Die Inbetriebnahme ist für 2013 geplant. Die 7,9 Milliarden teure Pipeline soll im Grunde genommen eine Verlängerung der Leitung Baku-Tiflis-Erzurum sein. Die Leitung soll auf dem Territorium Aserbaidschans, Georgiens, der Türkei, Bulgariens, Ungarns, Rumäniens und Österreichs verlegt werden.

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