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    Vor Putin-Besuch: Lukaschenko feiert Öldeal mit Chavez - Russlands Presse

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    Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko ist kurz vor dem Besuch des russischen Premiers Wladimir Putin in Minsk unerwartet nach Venezuela gereist, schreiben russische Zeitungen am Mittwoch.

    MOSKAU, 17. März (RIA Novosti). Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko ist kurz vor dem Besuch des russischen Premiers Wladimir Putin in Minsk unerwartet nach Venezuela gereist, schreiben russische Zeitungen am Mittwoch.

    In Venezuela bat Lukaschenko seinen Amtskollegen Hugo Chavez um den Schutz vor Moskau. Der venezolanische Präsident zeigte sich hilfsbereit. Er versprach 80 000 Barrel Öl täglich an Minsk zu liefern. Weißrussland droht, dieses Öl statt den russischen Rohstoff in seinen Raffinerien zu benutzen.

    Experten zufolge kann der Versuch von Minsk, seine Position bei den Ölverhandlungen zu stärken, einen neuen Konflikt auslösen.

    Dies ist das erste Mal, dass Lukaschenko das Land während des Putin-Besuchs verlässt. Putin hatte bei seinen drei Weißrussland-Besuchen in den vergangenen zwei Jahren sich stets mit Lukaschenko getroffen. Russland sieht jedoch keine böse Absicht in diesem Verhalten. Mittlerweile bezeichnen Experten die plötzliche Abreise des Präsidenten genau am Tag des Putin-Besuches in Brest als eine demonstrative Aktion.

    „Lukaschenko macht keine zufälligen Besuche. Das war selbstverständlich geplant", sagt Jaroslaw Romantschuk, Leiter des weißrussischen Mises-Zentrums. „Der Besuch in Venezuela hängt mit der Konfrontation Lukaschenkos mit Russland und mit seinem persönlichen Konflikt mit Putin zusammen. Er zeigt quasi mit seinem Besuch in Caracas, dass Weißrussland auch ohne Russland auskommen wird und ein Treffen mit einem Premier unter seiner Würde ist", so Romantschuk.

    „Wir haben die Lieferungen des venezolanischen Öls an Weißrussland vereinbart", jubelte der weißrussische Staatschef nach den Verhandlungen mit Chavez.

    „Lukaschenko versucht zu zeigen, dass er eine autonome Ölquelle statt des teuer gewordenen russischen Rohstoffes für die weißrussischen Raffinerien hat", betont Romantschuk.

         Nach Angaben des weißrussischen Politologen Juri Schewzow machen 80 000 Barrel am Tag vier Millionen Tonnen Öl im Jahr. Um ungefähr diese Menge des zollfreien Öls aus Russland wird zwischen Minsk und Moskau gestritten.

        Dennoch wird das venezolanische Öl den russischen Rohstoff kaum ersetzen können. „Es handelt sich nur um Rummel. Die Lieferungen aus Venezuela sind logistisch gesehen unsinnig", sagte Michail Krutichin, Mitinhaber des Beratungsunternehmens RusEnergy, der Zeitung „Kommersant". „Es handelt sich um eine Frage der Unabhängigkeit und der Diversifizierung, aber nicht um die Frage der wirtschaftlichen Zweckmäßigkeit", teilte Wladimir Fejgin, Leiter des Instituts für Energie und Finanzen, der Zeitung „Wremja Nowostej" mit. Diese Meinung teilt Romantschuk. „Insofern man nicht imstande ist, das Öl hin und her zu beamen, gibt es keine anderen Alternativen als russische Öllieferungen an die weißrussischen Ölverarbeitungsunternehmen", so Romantschuk.

    „Lukaschenko zeigt mit diesem Besuch, dass er sich mit Putin nicht an einen Tisch setzen wird, um die Fragen zu lösen", betont Romantschuk. „Die Position Moskaus bei den Verhandlungen ist jedoch stärker. Jetzt kann sie noch heftiger werden: Entweder übergibt Weißrussland die Raffinerien oder kauft das Öl zum Weltpreis."

    Quellen: „Kommersant", „Wremja Nowostej",  „Wedomosti" vom 17.03.10    

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