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    Yukos vs. Rosneft: Gerichtsurteile können Russlands Ölexport lahm legen - Presse

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    Geldüberweisungen in US-Dollar an den russischen Ölkonzern Rosneft sind de facto nicht mehr möglich, schreiben russische Zeitungen am Donnerstag.

    MOSKAU, 18. März (RIA Novosti). Geldüberweisungen in US-Dollar an den russischen Ölkonzern Rosneft sind de facto nicht mehr möglich, schreiben russische Zeitungen am Donnerstag.

    Das sehen die in Großbritannien und den USA gefällten Gerichtsurteile zugunsten der Firma Yukos Capital vor, die den russischen Staat dazu auffordern, die Altschulden einer früheren Yukos-Tochter, die Rosneft übernommen hat, zu bezahlen. Experten warnen, dass die entstandene Situation sehr negative Folgen für europäische Verbraucher haben könnte.

    Der Gegenstand der Auseinandersetzung zwischen Rosneft und der in Luxemburg registrierten Firma Yukos Capital sind vier Kredite in Höhe von insgesamt 11,233 Milliarden Rubel (1 Euro = ca. 40 Rubel), die Yukos Capital im Jahr 2004 der anderen Yukos-Tochter, der Firma Juganskneftegas, gewährt hatte. Beim „Ausverkauf" der Yukos-Aktiva nach der Insolvenz des Mutterkonzerns wurde Juganskneftegas an Rosneft verkauft. Der neue Eigentümer weigert sich allerdings, die alten Schulden zurückzuzahlen.

    Im Grunde genommen sei durch die gefällten Gerichtsurteile ein Finanzembargo verhängt worden, das die Arbeit von Rosneft sehr erschweren könnte, wenn nicht gar lahm legen, sagte der Partner des Rechtsanwaltskollegiums „Jukow, Chrenow und Partner", Alexander Chrenow. Ein Ausweg aus der Situation wäre die Übergabe der Ölverkaufsrechte in Russland an Drittpersonen, die mit Rosneft nicht ganz offensichtlich verbunden wären, meinte er. „Das würde aber mindestens eine Korrektur der Exportpolitik des Unternehmens bedeuten und einen großen Finanzaufwand zur Folge haben", ergänzte der Experte.

    Der Analyst von Uralsib Capital, Viktor Mischnjakow, ist dagegen der Meinung, dass Rosneft auf ein einziges Problem stoßen könnte, und zwar auf die Sperrung seiner Konten in britischen Banken, was allerdings noch nicht passiert sei. Die Rosneft-Konten in den Niederlanden und den USA seien leer, und die Bezahlung des Exportöls erfolge durch die Händler, fügte er hinzu.

    „Rosneft ist ein großer Exporteur. Im vorigen Monat hat der Konzern vier Millionen Tonnen Rohstoff exportiert (in den aktuellen Preisen würde der Erlös 2,3 Milliarden Dollar entsprechen)", betonte der Chefanalyst der Treuhandgesellschaft Aton, Wjatscheslaw Bunkow. „Deshalb können sich solche Einschränkungen nicht nur auf das Unternehmen selbst, sondern mehr auf seine europäischen Verbraucher sehr negativ auswirken."

    Dieser Meinung stimmte auch der Experte von Arbat Capital, Vitali Gromadin, zu. Ihm zufolge wird die Abführung einer solch bedeutenden Rohstoffmenge vom Markt die Ölpreise beeinflussen. „Es ist offensichtlich, dass niemand dieses Geld bezahlen wird. Der Staat wird alle Möglichkeiten nutzen, um seine Position zu verteidigen und zusätzliche Haushaltsverluste zu vermeiden", so der Branchenkenner. Die Konfrontation zwischen Yukos und Rosneft habe das Niveau erreicht, auf dem eine Lösung nur mit politischen Mitteln möglich wäre, ergänzte er.

    Quellen: "RBC Daily", "Wremja Nowostej" vom 18.03.10.

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