03:03 24 November 2017
SNA Radio
    Wirtschaft

    OPEC fürchtet russisches Öl in Asien – „Kommersant“

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 0 0 0

    Die OPEC befürchtet eine Zunahme der russischen Öllieferungen nach Asien durch die Ostsibirien-Pazifik-Pipeline (russisch: WSTO), berichtet die Zeitung "Kommersant" am Freitag.

    MOSKAU, 19. März (RIA Novosti). Die OPEC befürchtet eine Zunahme der russischen Öllieferungen nach Asien durch die Ostsibirien-Pazifik-Pipeline (russisch: WSTO), berichtet die Zeitung "Kommersant" am Freitag.

    Branchenkenner sehen darin allerdings keine besondere Gefahr für das Ölkartell: Solange der zweite Strang der Pipeline nicht in Betrieb genommen worden ist und die Lieferungen nicht 80 Millionen Tonnen jährlich erreicht haben, wird das russische Öl keinen merklichen Einfluss auf die Preise in der Region ausüben. Die Befürchtungen der OPEC könnten mit den eigenen Absichten, die Aktivitäten auf dem asiatischen Markt zu verstärken, verbunden sein.

    „Probleme sind unvermeidlich", sagte ein Vertreter Libyens in der jüngsten OPEC-Sitzung in Wien. „Für die Verärgerung der OPEC gibt es natürlich keine richtigen Gründe", findet Valeri Nesterow von der Investitionsgesellschaft Troika Dialog. „Das russische Öl ist für die OPEC nicht gefährlich, denn es handelt sich um ganz verschiedene Ölmengen."

    Der Experte erinnerte daran, dass der Anteil des russischen Öls auf dem asiatischen Markt weniger als ein Prozent ausmache. Im ersten Quartal 2010 seien durch die WSTO-Pipeline in die Länder des asiatisch-pazifischen Raums 3,1 Millionen Tonnen Öl befördert worden. Ende dieses Jahres werde diese Menge voraussichtlich 15 Millionen Tonnen erreichen. Dabei werden die 15 Millionen Tonnen jährlich nicht berücksichtigt, die Rosneft anhand eines langfristigen und bereits bezahlten Vertrags nach China per Bahn transportiere, ergänzte Nesterow.

    Ferner verwies der Experte darauf, dass das WSTO-Öl mit der Sorte Urals vergleichbar sei und eine höhere Qualität als das „schwere" Öl aus dem Persischen Golf habe. Ursprünglich sei das russische Öl billiger verkauft worden, jetzt aber haben sich die Preise angepasst. „Es gibt auch keine ‚asiatische Prämie', aber das WSTO-Öl ist und bleibt lukrativ für die Verbraucher - nicht nur für China, sondern auch für Japan und Korea, die um ihre enorme Abhängigkeit von den Lieferungen aus der Golfregion besorgt sind und ihren Ölimport diversifizieren wollen", so der Experte.

    Nach seiner Auffassung sind die Preissenkung im April für das Öl der OPEC und deren scharfe Äußerungen gegenüber Russland „ein natürliches Verhalten der Konkurrenz bei lokalen Interessenkonflikten."

    „Unsere Ölindustrie hat die OPEC-Aufrufe zur Kürzung der Ölförderung nie erfüllt und wird das auch nicht tun", erinnert Michail Krutichin (Rus Energy). Die WSTO-Lieferungen seien „ein Tropfen im Meer, der den Markt nicht beeinflussen kann." Was die Preissenkung für die April-Lieferungen der OPEC angehe, so habe sie andere Gründe. „Saudi-Arabien und andere OPEC-Länder verlagern ihr Interesse derzeit von den USA, wo es einen Ölüberschuss gibt, auf China und andere asiatische Länder. Sie mieten dort Öldepots an und senken die Preise. Es geht um eine strategische Attacke auf den Markt, und das WSTO-Öl hat damit nichts zu tun", so Experte Krutichin.