04:43 24 November 2017
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    Flaues Geschäft: Russland und Israel weiter uneins bei Investorenschutz - „Kommersant"

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    Nach Ansicht von Politikern und Experten fehlt den enger werdenden Beziehungen zwischen Russland und Israel eine zuverlässige Wirtschaftsbasis, schreibt die russische Zeitung "Kommersant" am Dienstag.

    MOSKAU, 23. März (RIA Novosti). Nach Ansicht von Politikern und Experten fehlt den enger werdenden Beziehungen zwischen Russland und Israel eine zuverlässige Wirtschaftsbasis, schreibt die russische Zeitung "Kommersant" am Dienstag.

    Die Regierungen beider Länder signalisieren den politischen Willen, die Wirtschaftskooperation auszuweiten. Um diesem Vorhaben mehr Schwung zu geben, wurde in Moskau erstmals ein russisch-israelisches Wirtschaftsforum abgehalten.

    Eine so große Delegation israelischer Geschäftsleute war bisher noch nie nach Moskau gekommen. Der israelische Industrie-, Handels- und Arbeitsminister Benjamin Ben-Eliezer wurde begleitet von 50 Vertretern, deren Unternehmen in der Landwirtschaft, im Kommunikations- und Bankwesen sowie im Bereich Sicherheit, Kläranlagen und Diamantenförderung tätig sind.

    Es wurde erneut versucht, eine engere Wirtschaftszusammenarbeit in die Wege zu leiten, doch jedes Mal scheiterte dieser Versuch aus unterschiedlichen Gründen. Nicht selten geschah das unter direktem Druck der US-Administration.

    Nach Ansicht von Experten sind die Misserfolge der vergangenen Jahre in vieler Hinsicht dadurch bedingt, dass Wirtschaftsprojekte bei der russischen beziehungsweise israelischen Regierung kaum Unterstützung fanden.

    Moskau und Tel Aviv bemühen sich derzeit darum, diesen Mangel zu beseitigen. So wurde gestern ein Regierungsabkommen über die Zusammenarbeit bei industriellen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten unterzeichnet. "Gegenwärtig besteht eine ganz gute politische Atmosphäre in unseren Beziehungen zu Israel, das muss genutzt werden", sagte Alexander Lossjukow, Vize-Generaldirektor des russischen Nanotechnologiekonzerns Rosnano. "Das Signal zur Zusammenarbeit geht von der höchsten Führung dieses Landes aus."

    Um eine langfristige Kooperation zwischen Russland und Israel auf die Beine zu stellen, könnte auch die gemeinsame Erschließung des Gasvorkommens Tamar-1 nahe der Stadt Haifa beitragen, dessen Vorräte bei 142 Milliarden Kubikmeter liegen sollen. Auf der Tagesordnung stehen auch andere gemeinsame Projekte. Israel, das auf dem Brillantenmarkt eine wichtige Rolle spielt, will im großen Stil russische Diamanten kaufen. Israelische Sicherheitsfirmen hoffen auf Aufträge für die Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014.

    Doch bislang wird die Zusammenarbeit teilweise dadurch gebremst, dass ein Abkommen über die Förderung des Investitionsschutzes fehlt, an dem Russland und Israel seit bereits 15 Jahren arbeiten. Beide Staaten haben unterschiedliche Ansichten, wenn es um die Klärung von Streitfällen geht. In der Regel lösen Geschäftspartner ihre Differenzen bei internationalen Instanzen. Moskau besteht allerdings darauf, dass Streitfälle nur bei Zustimmung beider Seiten vor internationalen Gerichten verhandelt würden, was in Israel auf Ablehnung stößt. Gestern stellten beide Seiten abermals fest, dass keine Fortschritte erreicht wurden. Die Unterzeichnung des Dokuments wurde zum wiederholten Male verschoben.