16:08 23 November 2017
SNA Radio
    Wirtschaft

    Neuer Zwischenhändler auf russischem Gasmarkt - „Kommersant“

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 8 0 0

    Der in der Schweiz ansässige Ölhändler Gunvor, der bis zu 40 Prozent der russischen Ölprodukte exportiert, plant einen Großeinstieg auf dem Gasmarkt, berichtet die Zeitung „Kommersant" am Donnerstag.

    MOSKAU, 01. April (RIA Novosti). Der in der Schweiz ansässige Ölhändler Gunvor, der bis zu 40 Prozent der russischen Ölprodukte exportiert, plant einen Großeinstieg auf dem Gasmarkt, berichtet die Zeitung „Kommersant" am Donnerstag.

    Das Unternehmen soll heute damit beginnen, Gas in Deutschland, Frankreich und der Slowakei unterirdisch zu speichern. In diesen Ländern hat Gunvor ebenso wie in Österreich, Belgien und den Niederlanden eine Gashandelslizenz erhalten. Der Händler will das Gas bei den führenden Produzenten wie Gazprom kaufen. Experten zufolge kann Gunvor als Zwischenhändler für russische Gaslieferungen nach Europa fungieren und dieselbe Rolle wie Rosukrenergo spielen.

    Die Gunvor Group wurde 1997 vom russischen Geschäftsmann Gennadi Timtschenko und dem schwedischen Geschäftsmann Torbjörn Törnqvist gegründet. Der Handelsumsatz stieg 2009 um 10 Prozent auf 2,3 Millionen Barrel pro Tag (114 Millionen Tonnen pro Jahr). Doch die Einnahmen sanken um 16 Prozent auf 53 Milliarden Dollar. Nach indirekten Schätzungen kontrolliert der Händler fast 15 Prozent der russischen Öl- und 40 Prozent der Ölproduktexporte.

    Wie ein Gazprom-Sprecher sagte, bewertet der Konzern das Auftauchen eines weiteren Händlers russischer Herkunft auf dem europäischen Gasmarkt positiv. „Wir arbeiten in verschiedenen Formaten, deswegen sehen wir keine Bedrohung für unser Geschäft."

    Michail Kortschemkin, Leiter von East European Gas Analysis, bemerkt, dass mit Gunvor ein neuer Zwischenhändler auf den Markt tritt, der in die Verkaufskette von russischem Gas wie einst Rosukrenergo eingegliedert werden könne. Bislang kaufe Gunvor Gas auf Spotmärkten. In Zukunft können die Lieferungen nach dem ähnlichen Schema ablaufen: Gunvor wird russisches Gas zu niedrigen Preisen kaufen, und dann in Europa verteuert an die Endverbraucher bringen.

    Nach Gennadi Timtschenkos Einstieg in den größten unabhängigen Gasproduzenten in Russland, Novatek, konnte das Unternehmen seine Position stärken. Gegenwärtig hat Timtschenko mit 23,5 Prozent den größten Anteil. Nach Meinung des Analysten genieße Timtschenko ernstzunehmende Unterstützung der russischen Behörden, was ihm bei der Eingliederung in die Gasexporte nach Europa zugute kommen werde.

    Maxim Schejin von Brokercreditservice sagt, dass Gunvor bei der Vorbereitung zur Erschließung des Gaskondesatvorkommens Juschno-Tambejskoje in den Gasmarkt einsteige. 51 Prozent am Vorkommen hat Novatek, 23,9 haben die Unternehmen von Timtschenko, die restlichen Aktien übergibt Gazprom an Timtschenkos Partner Pjotr Kolbin. Die Flüssiggaslieferungen von diesem Vorkommen sollen 2016 beginnen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren