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    Medwedew ruft zu Investitionen in den Nordkaukasus auf - „Wedomosti"

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    Präsident Dmitri Medwedew will die aus dem Nordkaukasus stammenden Großunternehmer zu Investitionen in ihre Heimatregion bewegen, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Freitag.

    MOSKAU, 02. April (RIA Novosti). Präsident Dmitri Medwedew will die aus dem Nordkaukasus stammenden Großunternehmer zu Investitionen in ihre Heimatregion bewegen, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Freitag.

    Experten warnen jedoch, dass das aktuelle Investitionsklima im Nordkaukasus dazu nicht förderlich sei.

    „Man sollte nicht nur in Moskau und im Ausland investieren", sagte der Staatschef kürzlich in einer Beratung in der dagestanischen Hauptstadt Machatschkala. „Man sollte seine Pflichten gegenüber der Heimat erfüllen." In den Nordkaukasus sollten „alle investieren, denen das Leben im Kaukasus nicht egal ist", stellte Medwedew fest. „Einerseits sollten dafür entsprechende Bedingungen geschaffen werden, aber andererseits sollten diejenigen, die genug Geld haben und imstande sind, eine gewisse Summe für die Finanzierung ihrer Heimatrepubliken auszugeben, Anreize bekommen."

    Für die Russen könne das ganze Land als Heimat bezeichnet werden, sagte der Präsident der Staatskorporation Olympstroy, Taimuras Bollojew. Gleichzeitig führte er an, dass seine Gelder in den Bau eines Hotels in Nordossetien sowie in die Handelskette BTK Group investiert worden seien. Die gebürtigen Kaukasier, die ihre Heimatregion nicht unterstützen, sollten umdenken, stimmte das frühere Föderationsratsmitglied Umar Dschabrailow zu, der im Parlamentsoberhaus Tschetschenien vertreten hatte, aber in Moskau ansässig ist. Milliardär Sulejman Kerimow zahlt seine Einkommenssteuer seit 2007 in der Heimatrepublik Dagestan. 2007 machte diese Summe 2,5 Milliarden Rubel (1 Euro = 39,63 Rubel) und damit ein Drittel aller Einnahmen der Republik aus. Der Begründer der AST Group, Telman Ismailow, der eigentlich in Baku (Aserbaidschan) geboren wurde, stieg vor kurzem beim FC Terek (Grosny) als Sponsor ein.

    Der für den Nordkaukasus zuständige Vizepremier Alexander Chloponin hatte am 16. März dem Staatschef die vorläufige Liste von 16 vorrangigen Investitionsprojekten für insgesamt 224 Milliarden Rubel präsentiert. 27 Milliarden Rubel wird der Investitionsfonds bereitstellen. Die restlichen 194 Milliarden Rubel sollen nicht aus dem Haushalt kommen. Laut dem Präsidentenbevollmächtigten will der Ölkonzern Lukoil 112 Milliarden Rubel davon in die Errichtung eines Betriebs für die Verarbeitung des im nördlichen Kaspi-Raum gewonnenen Gases stecken.

    Lukoil-Sprecher Dmitri Dolgow sagte, dass dieser Betrieb in der Stadt Budjonnowsk (Region Stawropol) gebaut werde. Die Investitionen werden sich auf mindestens 100 Milliarden Rubel belaufen. Wenn aber der Konzern Steuervergünstigungen für die Gasförderung im Kaspi-Raum bekommen würde, könnten die Investitionen noch größer sein, ergänzte er. Im Vorjahr hatte Lukoil-Chef Wagit Alekperow behauptet, die Anlage könnte 2015 bzw. 2016 gebaut werden.

    Eine Region könne sich nicht nur dank den paternalistischen Bemühungen des Staates oder der Geschäftskreise richtig entwickeln, sagte der Vorsitzende des Expertenrates der Gesellschaftsorganisation „Russlands Geschäftswelt", Anton Danilow-Daniljan. Sollte sich das Investitionsklima nicht verbessern, werde der Nordkaukasus auch weiterhin nur dank des Geldes von außen überleben können, was aber aussichtslos sei. Der Konstantinpalast in Strelna bei St. Petersburg wurde dank den Bemühungen der Unternehmen wiederaufgebaut. Roman Abramowitsch investierte in Tschukotka, Viktor Wekselberg in die Fabergé-Eier, so Experte Igor Nikolajew (FBK). Das sei aber nur Spiegelfechten, aber keine richtige soziale Verantwortung - denn die Geschäftskreise seien pragmatisch und verlangen dafür Dividenden, egal wie sie sein sollten, fügte der Branchenkenner an.

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