12:09 24 November 2017
SNA Radio
    Wirtschaft

    Obama sucht nach Öl vor US-Küste - Rohstoffmarkt fürchtet Preissturz - Russlands Presse

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 5 0 0

    US-Präsident Barack Obama hat eine Entscheidung getroffen, die das Kräfteverhältnis auf dem weltweiten Ölmarkt ins Wanken bringen könnte, schreiben russische Zeitungen am Freitag.

    MOSKAU, 02. April (RIA Novosti). US-Präsident Barack Obama hat eine Entscheidung getroffen, die das Kräfteverhältnis auf dem weltweiten Ölmarkt ins Wanken bringen könnte, schreiben russische Zeitungen am Freitag.

    Die USA haben damit begonnen, nach Öl- und Gasvorkommen vor ihrer Atlantikküste zu suchen.

    Bislang ist es nicht klar, um welche Fördermenge es gehen könnte. Bekannt ist, dass die Vorräte auf dem Atlantik-Schelf 1,5 Billionen Kubikmeter Gas und zwei Milliarden Tonnen Öl betragen. Doch das ist nur eine Prognose. Die Ergebnisse der Prospektierungsarbeiten werden in drei bis fünf Jahren fertig sein. Die ersten Lieferungen sollen nach unterschiedlichen Schätzungen in fünf bis zehn Jahren stattfinden.

    Doch die Umverteilung der Öllieferungen und das Absacken der Ölpreise auf dem Weltmarkt können nach Meinung vieler Experten bereits jetzt anfangen. „Die USA streben die Reduzierung der Exporte aus dem Persischen Golf an", sagt der russische Energie-Experte Konstantin Simonow. Das könne zu einer Umverteilung der Öllieferungen auf dem Weltmarkt führen. Die Golfstaaten könnten ihre Rohstoffe nach Europa umleiten. Das werde Russlands Positionen bedrohen, denn „die Konkurrenz auf dem europäischen Markt wird sich verschärfen". „Der psychologische Effekt nach der Entscheidung der amerikanischen Behörden kann bereits in kürzester Zeit spürbar sein", sagt Simonow.

    Alexander Schtok, Chefanalyst des Beratungsunternehmens 2K Audit Delowyje Konsultazii, bringt ein Beispiel vom Gasmarkt: „Im vergangenen Jahr haben die USA ihr Förderungsvolumen dank der Erschließung von Schiefergasvorkommen erhöht. Die Überschüsse, die für die USA bestimmt waren, werden auf europäische Märkte geleitet. Somit sind es die Verbraucher und nicht die Lieferanten, die die Bedingungen auf dem Markt diktieren. Das schlägt sich auf der russischen Gasbranche nieder, die einen harten Konkurrenzkampf um die Absatzmärkte eingehen muss. Genauso kann es mit dem Ölmarkt geschehen."

    Doch möglicherweise ist die Situation gar nicht so heikel. „Ich habe Zweifel, dass sie auf dem Schelf etwas wie einen neuen Persischen Golf entdecken", sagt Maria Belowa vom Institut für Energie und Finanzen. „Die Vorräte dort sind höchstwahrscheinlich groß, aber nicht riesig." Sie weist darauf hin, dass in den vergangenen Jahren keine großen Vorkommen entdeckt worden waren. Bei den vorhandenen Vorkommen habe die Förderung ihren Höhepunkt erreicht oder die Fördermengen nähmen bereits ab.

    „Wahrscheinlich wird die Erschließung des amerikanischen Schelfs den Förderungsrückgang in den Vereinigten Staaten und bei den Importeuren ausgleichen", sagt die Expertin. Die Ölpreise können ihr zufolge weiter ansteigen, weil die Förderung auf dem Schelf kostspielig ist.

     „Die Zeiten sind für die USA schwierig geworden. Es ist Zeit, die verborgenen Vorräte anzuzapfen. Doch Erkundungsbohrungen am Schelf sind eine langwierige und aufwändige Sache. Hoffnungen auf baldige Veränderungen auf dem Weltölmarkt sind verfrüht", sagt auch Alexander Maigur, Generaldirketor von Energotransprojekt.

    Quellen: „Iswestija" und „Nesawissimaja Gaseta" vom 2.04.2010

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren