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    Trotz möglicher Sanktionen: Russland setzt iranisches AKW im August in Betrieb

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    Atomstreit mit Iran (1447)
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    Das iranische Atomkraftwerk Bushehr wird in diesem August ans Netz gehen. Mögliche UN-Sanktionen gegen Irans Atomprogramm wären kein Hemmschuh, sagte der Chef der Russischen Atomenergie-Holding Rosatom, Sergej Kirijenko, am Mittwoch.

    BUENOS AIRES, 15. April (RIA Novosti). Das iranische Atomkraftwerk Bushehr wird in diesem August ans Netz gehen. Mögliche UN-Sanktionen gegen Irans Atomprogramm wären kein Hemmschuh, sagte der Chef der Russischen Atomenergie-Holding Rosatom, Sergej Kirijenko, am Mittwoch.

    Die möglichen Sanktionen treffen ihm zufolge nicht auf Bushehr zu. Das von Russland errichtete Atomkraftwerk errege weltweit keinerlei Besorgnis und gefährde nicht im Geringsten das Nonproliferations-Regime. „Deshalb unterliegt es keinen Sanktionen“, sagte der Rosatom-Chef.

    Der Bau des AKW in Bushehr war noch 1975 von deutschen Unternehmen begonnen worden, die sich aber nach der Revolution in Iran, dem Islamisten-Überfall auf die US-Botschaft in Teheran und dem von den USA verhängten High-Tech-Embargo aus dem Mullah-Staat zurückzogen.

    Im Januar 1995 haben Russland und die iranische Atomenergie-Organisation einen Vertrag im Wert von einer Milliarde US-Dollar über die Fertigstellung des ersten Atomreaktors unterzeichnet. Russland verpflichtete sich, einen Reaktor vom Typ WWER-100 und Kernbrennstäbe zu liefern sowie iranische Fachleute auszubilden. Die Bauarbeiten sollten am 8. Juli 1999 abgeschlossen werden, aber die Inbetriebnahme des AKW wurde mehrmals verschoben.

    Im Dezember 2007 lieferte Russland die ersten Kernbrennstäbe nach Iran. Die Lieferung wurde von der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA) kontrolliert. Die russisch-iranische Atomkooperation stößt bei westlichen Staaten auf Kritik. Sie verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel seines Nuklearprogramms Atombomben bauen zu wollen. Die Regierung in Teheran beteuert den friedlichen Charakter ihres Atomprogramms.

    Der Weitsicherheitsrat hat bereits fünf Resolutionen mit Sanktionen gegen Teheran verabschiedet, um den Mullah-Staat zum Verzicht auf Urananreicherung zu bewegen. Westliche Staaten drängen auf neue Strafmaßnahmen gegen Teheran. Russlands Präsident Dmitri Medwedew hatte diese Woche beim Besuch in der US-Denkfabrik Brookings Institution gesagt, er wolle keine neuen UN-Sanktionen gegen den Iran, schließe jedoch nicht aus, dass diese unvermeidlich werden könnten.

     

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