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    US-Sanktionen durchkreuzen Russlands Jet-Deal mit Iran - „RBC Daily"

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    Der amerikanische Triebwerkshersteller Pratt & Whitney ist wieder an einem Skandal um russische Technikexporte beteiligt, schreibt die Zeitung „RBC Daily" am Donnerstag.

    MOSKAU, 15. April (RIA Novosti). Der amerikanische Triebwerkshersteller Pratt & Whitney ist wieder an einem Skandal um russische Technikexporte beteiligt, schreibt die Zeitung „RBC Daily" am Donnerstag.

    Das Motorenwerk Perm (PMS) und Pratt & Whitney haben gemeinsam ein Triebwerk für die neuen Flugzeuge Tu-204SM entwickelt. Die ersten fünf Maschinen sollten an Iran verkauft werden. Doch deren Auslieferung steht jetzt wegen den US-Sanktionen auf der Kippe.

    Pratt & Whitney, Aktionär des Motorenwerks Perm, teilte seinem russischen Partner mit, dass es Schwierigkeiten beim Erhalt einer Lizenz des US-Außenministeriums für Außenhandelsgeschäfte gebe, weil die ersten Tu-204SM-Flugzeuge mit einem PS-90A2-Triebwerk nach Iran geliefert werden sollen. Die Fluggesellschaft Iran Air Tour und das Leasingunternehmen Iljuschin Finance Co. hatten im vergangenen Jahr einen Liefervertrag für die ersten fünf Tu-204SM-Maschinen unterzeichnet. Außerdem wurde am Rande der Luft- und Raumfahrtmesse „MAKS 2009" die Lieferung von 15 Maschinen für die Fluggesellschaft Atlant-Sojus besiegelt.

    Der Präsident der russischen Flugzeugbauholding (OAK), Alexej Fjodorow, sagte, dass die ersten Tu-204SM-Maschinen Ende 2011 an Atlant-Sojus ausgeliefert würden. „Ich kann nicht einschätzen, ob die Lieferungen unserer Flugzeuge nach Iran realistisch sind. Zuvor hatten wir geplant, dass der Auftrag von Iran Air Tour zuerst erfüllt werden soll, doch jetzt haben wir eine andere Entscheidung mit Atlant-Sojus vereinbart. Demnach soll Atlant-Sojus zum Erstauftraggeber werden", sagte er. Die ersten Maschinen werden bereits nach den Forderungen und Spezifikationen der Fluglinie Atlant-Sojus gebaut, die sich von dem Auftrag der Iraner unterscheiden.

    Laut Fjodorow ist der Vertrag mit Iran Air Tour nicht in Kraft getreten, weil er nicht endgültig abgefasst worden war. Doch derzeit seien Beratungen mit Pratt & Whitney über die Lieferung des PS-90A2-Triebwerks nach Iran im Gange. „Möglicherweise werden PS-90A-Triebwerke nach Iran geliefert, die ohne Pratt & Whitney entwickelt wurden. Sie sind austauschbar, und die Ersetzung des Triebwerks wird keinen Umbau des Flugzeugs erfordern", sagt der OAK-Chef.

     „2010 sollen sechs Triebwerke gebaut werden, die bei Probeflügen getestet werden sollen", sagt Michail Ditscheskul, Geschäftsführer des Motorenwerks Perm. „Insgesamt sollen jedes Jahr 40 bis 50 Triebwerke gebaut werden. Bei der jetzigen Produktionsmenge können wir jährlich 25 bis 30 Triebwerke bauen."

    Das ist nicht das erste Mal, dass Pratt & Whitney Lieferungen von russischen Maschinen blockiert. Als Pratt & Whitney nach dem Südossetien-Konflikt Verhandlungen über die Lieferung von Hubschraubertriebwerken des Typs PW-207K aus Kanada beginnen sollte, machte das US-Unternehmen unter Berufung auf firmeninterne Umstrukturierungen einfach einen Rückzieher. Dadurch wurde das Testprogramm für die Mi-38-Hubschrauber torpediert.

    „Die Situation lässt keinen Optimismus hinsichtlich des Erfolgs einer Kooperation unter solchen Verhältnissen aufkommen. Deswegen wollen wir die Beziehungen zur amerikanischen Seite revidieren", sagte Andrej Schibitow, Generaldirektor der Wertoljoty Rossii AG (Russische Hubschrauber). Pratt & Whitney verweigerte jegliche Stellungsnahme.

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