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    Kudrin: Jahresinflation bei drei Prozent in Russland möglich - Etatdefizit muss weg

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    Russlands Vizepremier und Finanzminister Alexej Kudrin hält eine Jahresinflation unter drei Prozent in Russland 2012 bzw. 2013 für möglich.

    MOSKAU, 18. Mai (RIA Novosti). Russlands Vizepremier und Finanzminister Alexej Kudrin hält eine Jahresinflation unter drei Prozent in Russland 2012 bzw. 2013 für möglich. „Chancen dafür sind da“, sagte er in einem am Dienstag in der Tageszeitung Wedomosti veröffentlichten Interview. Kudrin war heute vor zehn Jahren zum Finanzminister Russlands ernannt worden.

    „Die niedrige Inflation ist der Hauptfaktor der Modernisierung der Wirtschaft“, so Kudrin. „Wenn der Preisanstieg im Laufe von zehn Jahren unter fünf Prozent im Jahr liegt, so steigt das Vertrauen gegenüber einer solchen Regierungspolitik unglaublich.“, betonte der Minister. In dem Fall „lässt sich ein jedes Modernisierungsprojekt umsetzen.“

    Kudrin verwies auf die Richtigkeit seiner früheren Prognose, laut der die Vorräte des Reservefonds für drei Jahre ausreichen würden. „Die drei Jahre sind notwendig, um die sozialen Verpflichtungen nicht zu kürzen und die eingeleiteten Programme ruhig bis zu Ende zu führen.“

    Zugleich sollten die relativ kleinen Reserven des Nationalen Wohlstandsfonds nicht ausgegeben werden, weil dieser „gegründet wurde, um das infolge des demographischen Problems heranrückende Loch in den Einkünften des Rentenfonds zu stopfen“.

    „Im nächsten Jahr kommt Russland in die gleiche Wirtschaftssituation wie die meisten anderen Länder, zusätzlich verschärft durch das Risiko eines Ölpreisrückgangs“, sagte Kudrin. „Wir ziehen mit den anderen gleich, die besonderen Vorteile verschwinden, und wir müssen uns dessen bewusst sein.“

    Auf die globale Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten Jahre eingehend, stellte der Minister fest: „Eine derartige globale Krise hat es in der Geschichte einfach nicht gegeben, genauso einmalig waren die Dimensionen der monetären Unterstützungsmaßnahmen. Wir haben jetzt eine neue und einmalige Situation, nämlich die Krise der Globalisierung. Wir erleben einen historischen Moment. Gerade jetzt verändert sich die Architektur des Weltmarktes und der Marktregelung. Es geht dabei nicht um eine zweite Krisenwelle. Heute beobachten wir, wie die Verwaltungsstruktur der Eurozone getestet wird. Jetzt wird die EU Dringlichkeitsprogramme für den Schutz des Euro konzipieren, dann wird sie zu langfristigen Konzepten der makroökonomischen und der Steuerpolitik übergehen.“ Russland sollte aus dem Debakel der Euro-Zone „eine sehr bittere und ernste Lehre ziehen“, so der Finanzminister.

    Nach seiner Ansicht muss Russland konsequent auf eine Verringerung des Haushaltsdefizits hinarbeiten: 2011 soll es bei vier und 2012 bei drei Prozent liegen. „Allerdings unter der Voraussetzung, dass der Barrelpreis unter 70 Dollar liegen wird. Ist der Barrelpreis höher, muss das Defizit geringer ausfallen.“

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