03:58 19 August 2017
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    Medwedew ruft Risikokapitalfonds zu Engagement in Russland auf (Zusammenfassung)

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    Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat ausländische Risikokapitalfonds zu Investitionen in Russland aufgerufen.

    GORKI, 25. Mai (RIA Novosti). Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat ausländische Risikokapitalfonds zu Investitionen in Russland aufgerufen.

    „Der Markt für das Risikokapital in Russland ist offenbar unterentwickelt", sagte Medwedew am Dienstag in seiner Residenz Gorki bei Moskau bei einem Treffen mit den Chefs der größten US-amerikanischen Venture Fonds.

    Während Russland immer mehr in Forschung und in Know-how investiere, mangle es an Risikokapital. Landesweit seien rund 20 Fonds mit einem Gesamtkapital von etwa zwei Milliarden US-Dollar aktiv. Im Vergleich zu den USA und anderen Staaten sei das „nichts“.

    Der Fonds Siguler Guff & Company ist bereit, rund 250 Millionen Dollar in Russland anzulegen, wie sein Gründer Drew Guff mitteilte. Das Geld solle in den Aufbau digitaler Infrastrukturen fließen, sagte er.

    Mehrere Gäste bemängelten, dass das Ansehen Russlands in der Welt noch ziemlich negativ sei. Mehrere Geschäftsleute hätten immer noch Vorstellungen von Russland wie in den 1990er Jahren, hieß es. Medwedew rief die ausländischen Anleger auf, zum besseren Image Russlands als Investitionsort beizutragen. "Natürlich ist das ein Problem. Wir sind an seiner Lösung interessiert und müssen das selber tun. Aber einiges hängt auch von Ihrer Position ab", sagte der Staatschef den Geschäftsleuten.

    "Wenn Sie der Ansicht sind, dass sich die Situation etwas geändert hat, dann würden Ihre Worte, Ihre Erfahrungen (in Russland), Ihre Kontakte zu Kollegen das Beste sein, was es sein kann. Denn das Business glaubt nicht immer den Äußerungen von Staatsträgern, und zwar nicht nur in Russland, sondern auch in Amerika", sagte Medwedew.

    Probleme in der russischen Wirtschaft resultieren nach seinen Worten nicht sosehr aus der mangelnden Gesetzgebung, sondern vielmehr aus deren falscher Auslegung. Zudem lasse die Erfüllung der Gerichtsbeschlüsse noch zu wünschen übrig. "Die russischen Gesetze sind an und für sich gut genug. Das ist meine Einschätzung nicht nur als Präsident, sondern auch als Jurist", sagte Medwedew, der sich seinerzeit als Anwalt mit kommerziellen Geschäften beschäftigt hatte.