04:57 18 Juli 2018
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    Gazprom prüft immer neue Wege für Exporte nach Europa

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    Der russische Energieriese Gazrpom will laut seinem Chef Alexej Miller sämtliches Gas aus Aserbaidschan kaufen, prüft eine drastische Änderung der South-Stream-Route und hält Gasexporte nach Europa unter Umgehung Weißrusslands für möglich.

    ST. PETERSBURG, 19. Juni (RIA Novosti). Der russische Energieriese Gazrpom will laut seinem Chef Alexej Miller sämtliches Gas aus Aserbaidschan kaufen, prüft eine drastische Änderung der South-Stream-Route und hält Gasexporte nach Europa unter Umgehung Weißrusslands für möglich. 

    Gazprom lege voraussichtlich in zwei oder drei Monaten einen Kalkül zur möglichen Verlegung der South-Stream-Pipeline über Rumänien anstatt über Bulgarien vor, sagte Miller am Samstagabend am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg. Bulgariens stellvertretender Außenminister Marin Raikov hatte vor einer Woche gesagt, die geplante europäische Nabucco-Pipeline sei für sein Land wichtiger als South Stream. Gazprom nahm sofort Verhandlungen mit Rumänien auf.

    Miller äußerte nun weiter, Gazprom wolle aktiver mit Aserbaidschan kooperieren: „Wir sind bereit, alles zu kaufen, was Aserbaidschan anzubieten hat. Wir sind bereit, sämtliches aserbaidschanisches Gas zu kaufen, das würde uns Vorteile bringen". Laut dem aktuellen Vertrag soll Russland im laufenden Jahr eine Milliarde Kubikmeter Gas und im kommenden Jahr zwei Milliarden Kubikmeter aus Aserbaidschan beziehen.

    Gazprom-Chef erklärte, es sei bei Bedarf technisch möglich, russisches Gas unter Umgehung Weißrusslands nach Europa zu liefern. Am Freitagabend sagte Weißrusslands Vizeenergieminister Eduard Towpinez, sein Land werde möglicherweise die Exportpipeline anzapfen, sollte Russland seine Gaslieferungen an Weißrussland um 85 Prozent drosseln. Gazprom hatte mit dieser Drosselung gedroht, weil Minsk seine 192 Millionen US-Dollar schwere Schuld für das bereits gelieferte Gas nicht bezahlen wolle.

    Fotostrecke: Russischer Gastransport nach Europa

    Miller bekräftigte die Pläne für ein Halbe-Halbe-Joint-Venture mit der Ukraine. Russland werde mit Assets aus dem Bereich Gasförderung und die Ukraine insbesondere mit ihren Pipelines dazu beitragen. Im Frühjahr hatte die Regierung in Moskau vorgeschlagen, Gazrpom und den ukrainischen Konzern Naftogaz zusammenzulegen.

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