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    Medwedew und Sarkozy fordern neue Währungspolitik - „Kommersant"

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    Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg (24)
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    Der russische Präsident Dmitri Medwedew und sein französischer Amtskollege Nicolas Sarkozy haben am Samstag an der Abschlussdiskussion des St. Petersburger Wirtschaftsforums teilgenommen.

    MOSKAU, 21. Juni (RIA Novosti). Der russische Präsident Dmitri Medwedew und sein französischer Amtskollege Nicolas Sarkozy haben am Samstag an der Abschlussdiskussion des St. Petersburger Wirtschaftsforums teilgenommen.

    Wie die russische Zeitung "Kommersant" am Montag schreibt, bot dies beiden die Gelegenheit, ihre Reden für den G8- und G20-Gipfel in Kanada zu proben.

    Die Lehren aus der Krise fasste Frankreichs Staatsoberhaupt so zusammen: "Es gibt kein Verwaltungssystem, das an das 21. Jahrhundert und die Globalisierung adaptiert wäre." Einen Ausweg sieht er in einer Reform des Finanzsystems, die mit der Neuregelung der Rohstoffpreise und der Bildung eines Fundaments des neuen Geldsystems beginnen müsse.

    Sarkozy sprach darüber, was er beim G8- und G-20-Gipfel thematisieren will: "Wir müssen uns die Grundlagen eines neuen internationalen Währungssystems überlegen." Er erläuterte, dass das heutige, auf dem Dollar basierende System der globalen Weltordnung nicht mehr zeitgemäß sei, und forderte Medwedew auf, dieses Thema zu besprechen. Am Ende seiner Ansprache schlug Sarkozy vor, eine neue Organisation zu bilden, die "Europa und Russland in einem riesigen Wirtschaftsraum mit freiem Verkehr für Menschen und Waren zusammenschließen würde". Dabei betonte Sarkozy, dass sein Besuch in Sankt Petersburg eine "strategische Entscheidung" sei.

    Medwedew sagte, dass sich die Positionen Frankreichs und Russlands sehr ähneln. Das stellte er sogar vom juristischen Standpunkt dar, indem er bemerkte, dass beide Staaten beim Zivil- und Handelsrecht "nahezu dasselbe System" hätten. In Bezug auf die bevorstehenden G8- und G20-Treffen macht er sich stark für weitere Leitwährungen, "weil das Bestehen von zwei großen und starken Währungen wie dem Dollar und dem Euro die Welt nicht garantiert vor Problemen schützt".

    Dennoch ist es Russland und Frankreich bislang nicht gelungen, sich auf eine Ausweitung der weltweiten Reservewährungen zu einigen. Auf die Frage der "Kommersant", ob der Rubel oder der Yuan eine Leitwährung sein könnte, bemerkte Medwedew, dass "diese Idee bei niemandem auf große Einwände stößt", aber "lebensfähig" könne sie nur werden, "sobald der Rubel, der Yuan oder eine andere Währung ebenso attraktiv sein würde wie der Dollar oder der Euro". "Das ist erreichbar", gab er sich überzeugt. "Dazu ist es notwendig, die entsprechenden Währungen im Handel zu nutzen und Währungsvorräte anzulegen".

    In den restlichen Fragen bei den bevorstehenden Gipfeltreffen hätten Russland und Frankreich keine ernsthaften Differenzen. "Wir betrachten viele Fragen der Wirtschaftsentwicklung vom selben Blickwinkel. Das hängt sowohl mit historischen Gründen als auch mit unseren Empfindungen gegenüber der heutigen Zeit zusammen", so Medwedew. Sarkozy erläuterte seinerseits: "Wir haben möglicherweise nicht hundertprozentig die gleiche Meinung, was die Besteuerung und die Banken angeht, doch haben wir die gleiche Strategie."

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