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    Russisches Außenministerium distanziert sich vom Gasstreit mit Weißrussland

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    Gasstreit mit Weißrussland (61)
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    Russlands Außenminister Sergej Lawrow geht auf Abstand zum Schuldenstreit zwischen dem nationalen Gaskonzern Gazprom und Weißrussland.

    MOSKAU, 21. Juni (RIA Novosti). Russlands Außenminister Sergej Lawrow geht auf Abstand zum Schuldenstreit zwischen dem nationalen Gaskonzern Gazprom und Weißrussland.

    Die Frage der Gasschulden liege nicht in der Zuständigkeit des Außenministeriums, sagte Lawrow am Montag in Moskau. „Mit diesen Fragen beschäftigen sich die zuständigen Unternehmen beider Staaten, die, wenn ich das richtig verstehe, einen direkten Dialog führen.“

    Dieser Dialog beruhe auf unterzeichneten Verträgen, und hier könne es keine Missverständnisse geben, sagte der russische Spitzendiplomat.

    Gazprom hat am Montag auf Anordnung von Staatspräsident Dmitri Medwedew mit der Drosselung der Gaslieferungen an Weißrussland begonnen, das beim russischen Gaslieferanten hoch verschuldet ist. Laut Konzernchef Alexej Miller werden die Lieferungen zunächst um 15 Prozent eingeschränkt.

    Wenn Minsk nicht einlenke, würden die Lieferungen schrittweise weiter zurückgefahren und schließlich nur noch 15 Prozent von der Tagesnorm betragen. Diese 15 Prozent reichten aus, damit Weißrussland sein Pipelinenetz instand halten könnte.

    Seit Anfang dieses Jahres bezahlt Weißrussland für die Gaslieferungen aus Russland nicht wie vertraglich vereinbart 169 US-Dollar je 1000 Kubikmeter, sondern nach eigenem Ermessen nur 150 Dollar. Als Folge steht das Land bei Gazprom bereits mit rund 192 Millionen Dollar in der Kreide.

    Zum Jahresende kann die Verschuldung laut Gazprom-Schätzungen auf eine halbe Milliarde Dollar anwachsen. Beide Staaten führen ihre Verhandlungen fort. Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko sagte am Freitag, sein Land akzeptiere den aktuellen Gaspreis nicht und gehe davon aus, dass es keine Schulden gegenüber Gazprom habe.

    Kurz danach schloss der weißrussische Vizeenergieminister Eduard Towpinez nicht aus, dass sein Land die Exportpipeline anzapfen würde, wenn Russland den Gashahn zudrehe. Am Montag teilte Gazprom mit, die Strafen für illegales Abzapfen von Erdgas verringert zu haben. 

     

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