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    Hartes Ringen um Ölreichtümer im Kaspischen Meer - "Delowoi Wtornik"

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    Kurz bevor Tony Hayward als BP-Chef abtreten musste, schaffte er es noch, in Aserbaidschan ein Abkommen über die Ölerkundung und -erschließung auf dem Schelfabschnitt des Kaspischen Meeres, Asman-Schafar, zu unterzeichnen. Warum britische und amerikanische Ölriesen um jeden Preis am Kaspischen Meer Fuß fassen wollen, schreibt die Zeitung "Delowoi Wtornik" am Dienstag.

     

    MOSKAU, 10. August (RIA Novosti). Kurz bevor Tony Hayward als BP-Chef abtreten musste, schaffte er es noch, in Aserbaidschan ein Abkommen über die Ölerkundung und -erschließung auf dem Schelfabschnitt des Kaspischen Meeres, Asman-Schafar, zu unterzeichnen. Warum britische und amerikanische Ölriesen um jeden Preis am Kaspischen Meer Fuß fassen wollen, schreibt die Zeitung "Delowoi Wtornik" am Dienstag.

    Öl ist immer ein wichtiger Bestandteil der Geopolitik der USA und der Nato. Weil die Beziehungen zum Iran sich verschlechtert haben und ihre Gesamtstrategie in Irak und Afghanistan versagt, käme ein Verzicht auf das Kaspische Meer einem Eingeständnis gleich, dass die gesamte geopolitische Strategie in der Region ein Fiasko erlitten habe.

    Die BP-Leitung betont immer wieder die Wichtigkeit der Öl- und Gasprojekte Azeri-Chirag-Günesli (ACG) und Schah-Deniz sowie der Pipeline Baku – Tiflis – Ceyhan. In London und Washington weiß man sehr wohl, dass zum Beispiel das ACG-Projekt eine wahre Goldader ist, die unter keinen Umständen aufgegeben werden darf: Dazu sei, wie auch Experten bestätigen, die Rentabilität des Ölgeschäfts in der Region viel zu hoch.

    Begreiflich daher, warum die Ölriesen aus Übersee immer häufiger die Hilfe des Pentagon mit seinem Arsenal in Anspruch nehmen. Die ganze westliche Strategie zielt darauf ab, eine friedliche Vereinbarung der fünf Kaspi-Anrainer Iran, Aserbaidschan, Turkmenien, Kasachstan und Russland über den Rechtsstatus des Meeres zu verhindern. Nichts wird unterlassen, um zwischen diesen Staaten Misstrauen und Argwohn zu säen, in der Region das Wettrüsten anzutreiben und die Petrodollars nicht etwa für einen besseren Lebensstandard der Bevölkerung, sondern für militärische Zwecke auszugeben.

    Ein Beispiel wäre das Programm "Caspian Guard", das bereits seit sechs Jahren läuft. Auf Initiative des Pentagon nehmen zwei Staaten – Aserbaidschan und Kasachstan – daran teil. Es geht darum, die Seestreitkräfte dieser Länder zu stärken, um den Terrorismus zu bekämpfen und den See- und den Luftraum unter strengere Kontrolle zu nehmen. Die beiden Länder haben Hunderte Millionen Dollar für den Kauf von nicht gerade neuen Kriegsschiffen ausgegeben, deren Zahl sich im Kaspisee verdoppelt hat.

    Die Spannungen in der Region haben zugenommen, zwischen Iran und Aserbaidschan ist es sogar zu einem gefährlichen Zwischenfall auf hoher See gekommen. In seiner Politik gegen Iran nutzt das Pentagon gern Aserbaidschans Territorium. Zudem stellte es 30 Millionen Dollar für die Modernisierung für dessen Küstenschutz bereit und baute zwei Radarstationen in Aserbaidschan. Ein Militärkontingent der Nato ist bereits in der Region stationiert.

    Als Antwort auf das Vorgehen des Pentagon beschloss der Iran, seine militärische Präsenz in der Kaspi-Region auszubauen. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass vor einigen Jahren die fünf Kaspi-Staaten eine Deklaration unterzeichneten, die die Präsenz von Steitkräften der "nichtkaspischen" Länder im Kaspisee und die militärische Lösung von Streitfragen zwischen den Staaten der Region verbot.

     

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