07:07 22 Juli 2018
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    Deutschsprachige Unternehmen an Expansion nach Russland interessiert – "RBC Daily"

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    Fast jedes dritte Unternehmen aus den deutschsprachigen Ländern ist bereit, in den kommenden fünf Jahren einen Betrieb in Russland aufzubauen, schreibt die Zeitung "RBC Daily" am Dienstag.

    MOSKAU, 10. August (RIA Novosti). Fast jedes dritte Unternehmen aus den deutschsprachigen Ländern ist bereit, in den kommenden fünf Jahren einen Betrieb in Russland aufzubauen, schreibt die Zeitung "RBC Daily" am Dienstag.

    Laut einer Umfrage unter der Teilnahme von 111 großen und mittelständischen Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz könnten sich 36 davon vorstellen, nach Russland zu expandieren. Bisher hatten sie sich eher auf ihre nächsten Nachbarn – Ungarn, Tschechien und die Slowakei – gerichtet. Jetzt sind aber nur 20 Prozent der Unternehmer an den mitteleuropäischen Ländern interessiert.

    Auf dem Platz zwei nach der Attraktivität für die Investoren ist ganz unerwartet die Ukraine gelandet: Etwa ein Viertel der befragten Unternehmer wollen Betriebe in diesem Land haben. Experten stellen fest, dass die westlichen Unternehmenskreise an einem Engagement in  Russland und der Ukraine interessiert sind, obwohl die rechtlichen und politischen Bedingungen dort weniger günstig im Vergleich zu den mittel- und osteuropäischen EU-Mitgliedern sind.

    Auffällig ist, dass die globale Wirtschaftskrise die Attraktivität Russlands für westeuropäische Konzerne kaum beeinträchtigt hat. Nur relativ wenige Projekte wurden im Land wegen der Krise abgeblasen. In jüngster Zeit hat sich die Situation weiter verbessert.

    Europäische Analysten sehen in den Ergebnissen der Umfrage keine Überraschung, denn die meisten Unternehmen aus den deutschsprachigen Ländern, die in Mitteleuropa produzieren wollen, haben das bereits gemacht. Die Zunahme von Direktinvestitionen in Russland ist nicht besonders groß, besonders wenn es um die Verarbeitungsindustrie geht, in denen deutsche, österreichische und schweizerische Unternehmen traditionell stark sind.

     

    Die gesunkene Attraktivität Mitteleuropas als Investitionsstandort lässt sich Experten zufolge auf die enge Integration dieser Länder mit Westeuropa zurückführen. Die jüngsten Probleme im Euro-Raum hindern die Entwicklung der mitteleuropäischen Wirtschaften, weshalb die nächsten Nachbarn der westeuropäischen Staaten weniger interessant für ihre Investoren werden.

    Die osteuropäischen EU-Mitglieder sind vor allem wegen den geringen Personalkosten attraktiv, besonders in den arbeitsintensiven Branchen. Russland und die Ukraine locken die Europäer dagegen vor allem durch den Umfang und die Entwicklungsdynamik ihrer Märkte. Der Faktor billige Arbeitskräfte ist hier in den Hintergrund getreten.

     

    Auf dem großen russischen Markt gibt es viele große Klienten, was vor allem für solche Branchen wie Automobilbau, Metallverarbeitung und Chemieindustrie wichtig ist. Nach Angaben der Russisch-Deutschen Außenhandelskammer legen die deutschen Investoren neben dem immer noch relativ brachen Markt viel Wert auch auf günstige Steuern, die zahlreichen Freihandelsräume und die geringe Konkurrenz.

     

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