13:59 21 Juli 2018
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    Weltbank-Direktorin: Embargo für Getreideexport beschwört neue Weltkrise herauf

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    Die Weltbank hat die Getreide exportierenden Länder aufgerufen, sich des Embargos für Weizenlieferungen zu enthalten. Dieser Schritt würde eine neue Weltkrise bei den Lebensmittelpreisen auslösen, teilt Reuters unter Berufung auf die Weltbank-Direktorin Ngozi Okonjo-Iweala mit.

    Die Weltbank hat die Getreide exportierenden Länder aufgerufen, sich des Embargos für Weizenlieferungen zu enthalten. Dieser Schritt würde eine neue Weltkrise bei den Lebensmittelpreisen auslösen, teilt Reuters unter Berufung auf die Weltbank-Direktorin Ngozi Okonjo-Iweala mit.
    Am Donnerstag hat die Regierung Russlands, das einer der größten Getreideexporteure der Welt ist, ein zeitweiliges Verbot für die Ausfuhr von Weizen, Gerste, Roggen, Mais und Mehl aus Russland vom 15. August bis zum 31. Dezember 2010 verhängt.


    Der WB-Geschäftsführerin Okonjo-Iweala zufolge hat der jähe Preissprung bei Getreide in der vergangenen Woche zwar keine Krise herbeigeführt, kann jedoch die instabile Situation mit den Lebensmittelpreisen in armen Ländern vertiefen.
    “Wir sehen noch keine Krise und hoffen, dass es uns gelingt, sie zu verhindern, indem wir die Länder aufrufen, keine Schritte zu unternehmen, die die Situation zuspitzen können“, sagte Ngozi Okonjo-Iweala in einem Reuters-Interview.


    Nach ihren Worten denken die Regierungen vor allem an die Interessen ihrer eigenen Länder, doch die Einführung eines Verbots für (Getreide-)Export kann den Zustand der Weltwirtschaft und des globalen Getreidemarktes verschlechtern und zum Ansammeln von überflüssigen Vorräten führen.
    Die russischen Lieferanten von Brot und Graupen begannen vor zwei Wochen, die Großhandelspreise zu erhöhen, danach stiegen auch die Einzelhandelspreise, doch einige Verkäufer halten die Inflation immer noch zurück.
    In einigen von der Dürre betroffenen russischen Gebieten stiegen die Mehl- und Brotpreise seit Mitte Juli, als die ersten Gerüchte über den Preisanstieg die Runde machten, behaupten die Experten. Seitdem hielt die Hitze weiter an, und das russische Landwirtschaftsministerium korrigierte die Prognose für die Getreideernte in Russland zweimal nach unten.


    Das Landwirtschaftsministerium und einige Experten erklärten zu einem früheren Zeitpunkt, es gebe keinen Grund für eine Brotverteuerung. Der Anteil des Getreidepreises an den Selbstkosten für das Brot sei zu niedrig, um einen rapiden Preisanstieg für das Brot zu provozieren (Die Weizenpreise stiegen im Juli um 50 bis 60 Prozent).
    Im Juli erklärten die Experten aus der Gesellschaftskammer Russlands, die Brotpreise können wegen der künstlich geschürten Panik um dieses Thema vor dem Hintergrund der russischen Dürre um 20 bis 30 Prozent wachsen.

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