12:57 23 Januar 2018
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    Russland: Ruf nach staatlich gestützter Software - "Kommersant"

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    Die größten russischen Softwarehersteller bitten Präsident Dmitri Medwedew um Steuervergünstigungen, berichtet die Zeitung "Kommersant" am Dienstag.

    Die größten russischen Softwarehersteller bitten Präsident Dmitri Medwedew um Steuervergünstigungen, berichtet die Zeitung "Kommersant" am Dienstag.

    Die Staatsduma (Parlamentsunterhaus) habe den Gesetzentwurf, der die Verluste der Unternehmen nach der Ersetzung der einheitlichen Sozialsteuer durch Versicherungsprämien wettmache, bisher nicht angenommen, betonen die Softwareunternehmen. Der Export der russischen Software, der in den vergangenen fünf Jahren um 35 Prozent im Jahr zugenommen habe, habe 2009 stagniert und bei 2,75 Milliarden Dollar gelegen. Als Folge habe Russland im vorigen Jahr den dritten Platz beim Softwareexport an Brasilien abtreten müssen.

    Zwei Herstellerverbände, die Nichtkommerzielle Partnerschaft Russoft und die Vereinigung Einheimische Software, haben gemeinsam an Medwedew geschrieben. Russoft habe das Gesuch an den Präsidenten bereits vor einem Jahr gerichtet, heißt es in ihrem Schreiben. Damals hätten die größten Softwarehersteller und -exporteure um Maßnahmen zur Liberalisierung der Steuerrichtlinien gebeten. In dem Gesuch hieß es, dass am gefährlichsten die ab 1. Januar geltende Ersetzung der einheitlichen Sozialsteuer durch Versicherungsbeiträge zu außerbudgetären Fonds sei. In diesem Jahr erreiche die Gesamtsumme der Versicherungsbeiträge die Höhe der einheitlichen Sozialsteuer (26 Prozent), doch bereits 2011 werde sie bis auf 34 Prozent steigen. In ihrem Schreiben an Medwedew wiesen die Softwareentwickler darauf hin, dass die Ersetzung der einheitlichen Sozialsteuer die Ausgaben der Softwareexporteure um 50 bis 80 Prozent erhöhen werde.

    Im Kommunikationsministerium heißt es, dass die Wichtigkeit der Maßnahmen zur Unterstützung nicht nur der Exporteure, sondern auch aller Softwareentwickler anerkannt werde. Das Ministerium habe bereits im Oktober 2009 seine Vorschläge an das Finanzministerium, das Ministerium für Wirtschaftsentwicklung und das Ministerium für Gesundheitswesen und Sozialentwicklung gerichtet.

    In den Selbstkosten der Erzeugnisse können die Personalkosten bei den Exporteuren und Entwicklern der Software und IT-Dienstleistungen bis zu 80 Prozent betragen, während der Durchschnitt für alle Branchen ungefähr 13 Prozent ausmacht. Wie Dmitri Loschtschilin, Generaldirektor des Software-Entwicklers Luxoft (gehört zur IBS-Gruppe), sagt, werde dieses Geschäft ab 2011 wenn nicht verlustbringend sein, so doch eine äußerst niedrige Marge haben. Falls nicht dringende Maßnahmen getroffen würden, so Loschtschilin, würden die einheimischen Unternehmen nicht mehr wachsen können und verstärkt ins Ausland expandieren.

    Die Softwareentwickler schlagen vor, eine selbstregulierende Organisation ins Leben zu rufen. Wer ihr beitritt, dürfe Ansprüche auf Erleichterungen bei Sozialzahlungen erheben.

    Die Software-Exporteure stehen mit ihrer Bitte um Vergünstigungen nicht allein auf weiter Flur. Die Konzerne AFK Sistema und Rosnano haben Premier Wladimir Putin ersucht, bei der Entwicklung der Produktion der russischen Mikroelektronik zu helfen, darunter im Steuerbereich. Zum Schutz des russischen Markts wurde vorgeschlagen, ausländische Komponenten durch einheimische zu ersetzen.

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