05:20 14 November 2018
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    Russland will Zölle auf Importautos erhöhen - "Iswestija"

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    Regierungschef Wladimir Putin zufolge werden die Importzölle für Fahrzeuge weiter steigen.

    Regierungschef Wladimir Putin zufolge werden die Importzölle für Fahrzeuge weiter steigen.

    Die Zeitung "Iswestija" stellt am Dienstag fest, dass die Behörden auf diese Weise ausländische Hersteller dazu stimulieren wollen, Werke in Russland zu bauen. Zunächst müssten allerdings die Probleme mit den Zulieferern gelöst werden, warnen Experten.

    Am vergangenen Montag wurde im Grunde der Schlusspunkt in der Diskussion über das Schicksal der russischen Autoindustrie gesetzt. Anfang August hatte Vizepremier Igor Schuwalow gesagt, die Regierung wäre bereit, die Senkung der Importzölle im Rahmen der Zollunion (mit Kasachstan und Weißrussland) zu überlegen, um demnächst der WTO beitreten zu können. Premier Putin ist aber geteilter Meinung. Ihm zufolge sollten die Importzölle allmählich erhöht werden.

    Damit sicherte er der einheimischen Autoindustrie weitere Unterstützung zu. Sonst könnte sich Russland zu einem „Abstellplatz“ für ausländische Gebrauchtwagen verwandeln, so Putin. Aber auch die am Anfang des vorigen Jahres eingeführten Importzölle hätten positive Ergebnisse gebracht, stellte er zufrieden fest. Nach Angaben des russischen Zolls ist die PKW-Einfuhr zwischen Januar und März 2010 um 43 Prozent zurückgegangen.

    Putins Aussage zu diesem Thema sei erwartbar gewesen, sagte der Direktor für Geschäftsentwicklung der Website „auto-dealer.ru“, Oleg Dazkiw. Der Anteil der in Russland hergestellten Zulieferteile sei immer noch sehr gering, konstatierte er. 2005 hatten sich die Autobauer und das Industrie- und Handelsministerium auf die Definition der „industriellen Montage“ in Russland geeinigt. Dabei verpflichteten sich die Industriellen, die Zahl der in Russland hergestellten Zulieferteile binnen acht Jahren auf mehr als 50 Prozent zu bringen. Dieser Prozess gehe aber viel langsamer vor an als geplant, stellte der Experte fest.

    Derzeit können nur drei Betriebe so etwas vorweisen: Volkswagen in Kaluga, Hyundai in St. Petersburg (wird 2011 in Betrieb genommen) und das Moskauer Werk Autoframos (russischer Renault-Hersteller). Die anderen bauen nur im Ausland hergestellte große Zulieferteile zusammen. Der Trend ließe sich ändern, wenn die Zulieferer nach Russland kommen würden, deren Qualität allerdings den Anforderungen der ausländischen Autokonzerne entsprechen sollte.

    Derzeit sei der russische Markt für die Zulieferer nicht besonders attraktiv, so der Analyst des Investmenthauses Aton, Juli Matewossow. Ein geringer Produktionsumfang bedeute einen geringen Gewinn. Ab Mitte September will das Industrie- und Handelsministerium die Normen für die industrielle Montage verschärfen, wobei der Mindestanteil der in Russland gebauten Zulieferteile bei 60 Prozent (statt der jetzigen 30 Prozent) liegen sollte.

    Der Aufbau von Produktionsstätten sei eine Medaille mit zwei Seiten, sagte der Experte der Firma 2K Audit, Pjotr Kljujew. Ein wichtiger Vorteil der russischen Autobauer sei immer ihr relativ günstiger Preis gewesen. Aber die ausländischen Konzerne, die ihre Betriebe in Russland bereits haben, seien Konkurrenz für den russischen Autoriesen AvtoVAZ, warnte er. AvtoVAZ werde den Kampf gegen die so genannten „russischen Importfahrzeuge“ verlieren, prognostizierte der Analyst.

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