13:01 26 September 2017
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    EU-Russland: Erneut Gezerre um Gaspreis – „RBC Daily"

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    Die EU und Russland könnten sich bei der Gestaltung der Gaspreise zusammenschließen, schreibt die Zeitung „RBC Daily" am Dienstag.

    Die EU und Russland könnten sich bei der Gestaltung der Gaspreise zusammenschließen, schreibt die Zeitung „RBC Daily" am Dienstag.

    Die Vereinheitlichung der Preise schlug Lettland vor, das 30 Prozent mehr als Deutschland für das russische Gas bezahlt. EU-Energiekommissar Günther Oettinger schlug seinerseits vor, die Energieabhängigkeit von Russland weiterhin zu verringern, und versprach Lettland seine Unterstützung bei den Verhandlungen mit Gazprom. Gleichzeitig unterstrich Oettinger, dass sich Europa bei der Diskussion um die Gaslieferungen aus Russland einig zeigen sollte.

    Diese Diskussionen branden dann immer wieder auf, wenn Europa mit Russland über neue Preissenkungen verhandelt. Als Argument gilt dabei stets Katar, das über große Flüssiggasvorräte verfügt, sowie Polen mit seinen angeblichen Schiefergasvorkommen. EU-Politiker verweisen auch auf die Nabucco-Pipeline, die als Alternative für das von Russland initiierte South-Stream-Projekt angesehen wird. Laut Prognosen wird Europas Gasbedarf die Kapazitäten beider Pipelines jedoch wesentlich übertreffen.

    „Das ist jedenfalls eine eher politische und nicht energetische Frage. Es gibt zurzeit keine alternativen Gaslieferanten, und ich denke nicht, dass solche Diskussionen reale Risiken und eine kardinale Veränderung der Beziehungen zu Russland verursachen können“, sagte der Analyst des Finanzhauses Otkrytije, Dmitri Ljutjagin. „Solche Aussagen sind Teil einer gut durchdachten Politik, deren Ziel eine grundsätzliche Änderung der Preisgestaltungsformel ist. Für jedes Land gilt ein spezieller Grundpreis, der von der Situation auf dem Markt zum Zeitpunkt der Vertragsschließung abhängt. Die Preisformel hängt unmittelbar vom Ölpreis ab. Aber abhängig vom Grundpreis kann er erhöht oder gesenkt werden.“

    „Wenn man die Europäische Union als eine Einheit betrachten sollte, dann müsste man den Preis korrigieren und mit allen EU-Mitgliedern vereinbaren“, fuhr der Experte fort. „Falls es Rabatte auf dem Spotmarkt gibt, dann werden sie für alle gelten. Die Preisunterschiede sind nur im Zusammenhang des Gastransports möglich und hängen also von der Entfernung dieses oder jenes Landes ab.“

    Es sei zu erwähnen, dass Gazprom 34 Prozent der Aktien der Firma Latvijas Gaze gehören, der lettische Monopolist für die Lagerung, Beförderung und Verteilung des Gases. Seit Februar 2009 sind Gazprom und Latvijas Gaze durch einen Vertrag gebunden, dem zufolge Lettland die erforderliche Gasmenge bis zum Jahr 2030 garantiert ist.

    Lettland ist eines der EU-Länder, die von den russischen Gaslieferungen am meisten abhängen. Laut einem Bericht des Europäischen Zentrums für internationale Wirtschaftspolitik (ECIPE) könnten Lettland und Bulgarien am meisten zu Schaden kommen, falls russische Gaslieferungen unterbrochen werden sollten.

     

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