18:38 20 September 2017
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    Hartes Ringen um russisches „Windows“ - „Kommersant“

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    Die Staatsholding Rostechnologii will den Auftrag für die Entwicklung des russischen Betriebssystems an Land ziehen, berichtet die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Die Staatsholding Rostechnologii will den Auftrag für die Entwicklung des russischen Betriebssystems an Land ziehen, berichtet die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Die 2007 ins Leben gerufene Staatsholding befasst sich mit der Entwicklung, Herstellung und den Export von High-Tech-Erzeugnissen. In diesem Sommer kaufte sie ein Sperrpaket von einem der größten russischen Softwareentwickler - Alt Linux. Bei der Ausschreibung um das geplante Betriebssystem, das jährlich mit zehn Milliarden Rubel (1 Euro = ca. 39 Rubel) vom Staat subventioniert werden soll, tritt Rostechnologii gegen den französischen Softwareentwickler Mandriva an. Der Entwickler des Systems soll Anfang des kommenden Jahres bestimmt werden.

    Ein Vertreter des Kommunikationsministeriums und ein Top-Manager eines großen russischen IT-Unternehmens bestätigten die Information, dass Rostechnologii sich an das Kommunikationsministerium gewandt hat, um den Auftrag für das Betriebssystems zu bekommen.

    Die Entwicklung eines russischen Betriebssystems sei im neuen Staatsprogramm „Informationsgesellschaft“ vorgesehen, sagte kürzlich der stellvertretende Kommunikationsminister Ilja Massuch. Wer das Betriebssystem entwickeln wird, soll bei einem Ausschreiben bestimmt werden, das Anfang 2011 gestartet werden soll. Der Staat will für die Schaffung des Betriebssystems rund zehn Milliarden Rubel jährlich aus dem Haushalt bereitstellen.

    Im Juli hatte Rostechnologii durch seine 100-prozentige Tochter Sirius ein Sperrpaket am Softwareentwickler Alt Linux erworben. Die Sperrminorität könnte zum Kontrollpaket erweitet werden. Auch der Fonds NGI will an der Schaffung des Betriebssystems teilnehmen. Der Fonds wurde unter anderem vom ehemaligen Finanzdirektor des Betreibers Sinterra, Artur Akopjan, geschaffen, der jetzt den Posten des Geschäftführers bei Sloane Square Capital Partners hat. NGI kaufte in diesem Sommer ein Sperrpaket des französischen Linux-Entwickler Mandriva.

    Das Betriebssystem soll in den Computern der staatlichen Einrichtungen installiert werden. Dieser Prozess begann 2007, als der Beschluss gefasst wurde, an russischen Schulen freie Software einzuführen. Damals traf sich Präsident Dmitri Medwedew mit den Software-Entwicklern. Beim Treffen wurde beschlossen, mit staatlichem Geld ein Programmpaket für drei Jahre zu erwerben und während dieser Zeit freie Software mit den gleichen Funktionen zu entwickeln. Um die Schulen mit lizenzierter Software zu versorgen, wurden 2,7 Milliarden Rubel ausgegeben. 2007 und 2008 lieferte das Unternehmen Armada in Partnerschaft mit Alt Linux freie Software in die Schulen von drei Pilotregionen (Tatarstan, Region Perm und Gebiet Tomsk). Doch 2009 war es ihnen nicht gelungen, das Ausschreiben um die Belieferung aller russischen Schulen mit Linux zu gewinnen.

    Alexei Smirnow, Generaldirektor von Alt Linux, äußerte die Meinung, dass eine Entwicklung des Instituts für automatisierte Steuerungssysteme im nichtindustriellen Bereich (VNIINS) konkurrenzfähig gegenüber der Entwicklung von Alt Linux wäre. Das VNIINS-Team hat für die russischen Streitkräfte eine Linux-Version auf Grundlage des Red-Hat-Distributivs geschaffen.

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