11:52 17 Januar 2018
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    14 000 Kilometer neue Straßen in fünf Jahren – „Wedomosti“

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    Das Verkehrsministerium wird in den nächsten fünf Jahren 14 000 Kilometer neue Straßen bauen müssen, sagte Premier Wladimir Putin gestern auf einer Parteikonferenz von „Geeintes Russland“.

    Das Verkehrsministerium wird in den nächsten fünf Jahren 14 000 Kilometer neue Straßen bauen müssen, sagte Premier Wladimir Putin gestern auf einer Parteikonferenz von „Geeintes Russland“.

    So zitiert ihn am Mittwoch die Zeitung „Wedomosti“.

    Ein neuer Finanzierungsmechanismus soll dem Straßenbau auf die Sprünge helfen, nämlich die Straßenbaufonds, die ab dem nächsten Jahr eingeführt werden.

    Das föderale Zielprogramm für die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur, das Putin vor zwei Jahren abgesegnet hat, sieht 2010 bis 2015 den Bau von nur 5900 Kilometern neuer Straßen vor. Dabei sollen aber 12 000 Kilometer alte Straßen erneuert werden.

    Der Premier sprach seinem Presseprecher Dmitri Peskow zufolge über die Errichtung von föderalen und regionalen Autostraßen verschiedener Qualitätsstufe, darunter solcher ohne Asphaltdecke. Im Zielprogramm sind nur Asphaltstraßen inbegriffen. Es sei eine zu schaffende Aufgabe, 14 000 Kilometer Straßen nicht nur mit fester Decke, sondern auch Straßen ohne Deckschicht zu errichten, sagte ein Vertreter des Verkehrsministeriums. In Sibirien und im Fernen Osten fehle es grundsätzlich an Straßen, dort könnten auch Straßen von niedrigerer Qualität gebaut werden, die später verbessert werden. Rund die Hälfte der Straßen von regionaler Bedeutung sei ohne feste Straßendecke, sagte er.

    Das wichtigste ist nicht, wie viele Kilometer gebaut werden, sondern wie die Qualität ist, sagte hingegen Michail Blinkin, Wissenschaftler des Forschungsinstituts für Verkehr und Straßenwesen. In China wird beispielsweise die Länge des regionalen Straßennetzes seit langem nicht mehr gemessen. Der Staat legt nur über die Errichtung von Hochgeschwindigkeitsstraßen Rechenschaft ab, von denen 5000 bis 6000 Kilometer im Jahr gebaut werden. Ab Mitte der 1990er Jahre wurden in China rund 70 000 Kilometer Hochgeschwindigkeitsautobahnen errichtet. In Russland sei das Straßennetz in den vergangenen Jahren unverändert geblieben, so Blinkin. Das heiße, dass es weniger Straßen gebe: Ein Teil von ihnen werde mit der Zeit unbefahrbar.

    2009 bis 2010 seien wegen drastischer Finanzierungskürzung so gut wie keine neuen Straßen errichtet worden, sagte ein Beamter des Verkehrsministeriums. Rund 1200 Kilometer föderaler Straßen seien in Betrieb genommen worden, doch fast all das sind erneuerte Strecken. 2009 seien 70 Prozent weniger Straßenbauarbeiten durchgeführt worden, berichtet die Vize-Generaldirektorin des Instituts für Verkehrsinfrastruktur, Swetlana Woronzowa.

    Der Wiederaufbau der Straßenbaufonds werde zusätzliches Geld in die Autobranche locken, das Problem mit dem Zustand der Straßen in Russland aber nicht von Grund auf lösen, sagt Blinkin. Die Straßen fordern viel Geld, bis zu 1,5 Billionen Rubel pro Jahr (1 Euro = ca. 39,5 Rubel), und der Benzinpreis müsste mindestens um 25 Prozent erhöht werden, um diese Summe zusammenzukriegen. Das sei eine politische Entscheidung, die Regierung sei kaum zu so einem Schritt in der Lage, sagte er.

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