05:00 18 Juli 2018
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    Nabucco-Projekt hat keine Perspektive - Russlands Vizepremier

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    Das Projekt der Gaspipeline Nabucco, die für den Gastransport aus der Kaspiregion nach Europa unter Umgehung Russlands geplant ist, hat keine Perspektiven.

    Das Projekt der Gaspipeline Nabucco, die für den Gastransport aus der Kaspiregion nach Europa unter Umgehung Russlands geplant ist, hat keine Perspektiven.

    Diese Meinung äußerte Russlands Vizepremier Igor Setschin, der in der Regierung für den Brennstoff- und Energiekomplex zuständig ist.

    Das Nabucco-Projekt, dessen Kosten auf 7,9 Milliarden Euro geschätzt werden, sieht den Erdgastransport aus der Kaspiregion über Aserbaidschan, Georgien, die Türkei, Bulgarien, Ungarn, Rumänien und Österreich in die europäischen Länder unter Umgehung Russlands vor. Die Gaspipeline mit einer Länge von 3300 Kilometern ist für den jährlichen Transport von 31 Milliarden Kubikmetern Gas berechnet, was höchstens fünf Prozent des Bedarfes der Europäischen Union an diesem Brennstoff im Jahr 2020 wären.

    „Es gibt keine Perspektiven für eine reale Vergrößerung des Umfanges des Gastransports. Dies macht die Umsetzung des Nabucco-Projektes unnötig, solange die Wirtschaft nicht zu wachsen beginnt“, betonte der Vizepremier.

    Reinhard Mitschek, Verwaltungsdirektor des Konsortiums Nabucco Gas Pipeline International GmbH, das für die Umsetzung des Nabucco-Projektes gegründet worden war, sagte in der vorigen Woche, dass das Konsortium damit rechne, 2012 mit dem Bau der Gasleitung zu beginnen und 2015 das erste Gas strömen zu lassen. Ihm zufolge erwarten die Projektteilnehmer für die Auslastung der Gasleitung einen wesentlichen Gasumfang aus Aserbaidschan, Turkmenistan und dem Irak.

    Setschin verwies darauf, dass in dieser Zeit die Gasleitung Nord Stream ihrer Bestimmung übergeben und es ein Vorankommen bei South Stream geben werde. Dabei werde die Gaspipeline South Stream eine Priorität bei den Terminen und Lieferquellen haben. „Die Schlussfolgerung ist wie folgt: Nabucco hat keine Perspektiven“, betonte er ein weiteres Mal.

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