18:41 18 Oktober 2018
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    Moskau und Sofia gründen Joint Venture für Umsetzung von South Stream

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    Bau der South-Stream-Pipeline (209)
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    Die russische Holding Gazprom und die Bulgarische Energieholding BEH haben am Sonnabend Dokumente über die Gründung eines Joint Ventures unterzeichnet, das sich mit dem Bau und dem anschließenden Betrieb des bulgarischen Abschnitts der Gaspipeline South Stream befassen wird.

    Die russische Holding Gazprom und die Bulgarische Energieholding BEH haben am Sonnabend Dokumente über die Gründung eines Joint Ventures unterzeichnet, das sich mit dem Bau und dem anschließenden Betrieb des bulgarischen Abschnitts der Gaspipeline South Stream befassen wird. Das Gemeinschaftsunternehmen soll bis Ende November in Bulgarien offiziell registriert werden.

    Das South-Stream-Projekt sieht den Bau einer Pipeline vor, die Russland über das Schwarzmeer-Gewässer mit Ländern Süd- und Zentraleuropas verbinden soll. Mit Bulgarien, Serbien, Ungarn, Griechenland, Slowenien, Kroatien und Österreich wurden bereits Regierungsabkommen über die Verlegung der Pipeline geschlossen.

    Die Beteiligung Bulgariens am Projekt war indessen rund ein Jahr lang nicht gesichert. Nach dem Amtsantritt im Sommer 2009 beschloss der jetzige bulgarische Premier Bojko Borissow einen Stopp von Projekten mit Russland, darunter auch des South-Stream-Projekts. Im Laufe des zurückliegenden Jahres gaben bulgarische Beamte widersprüchliche Erklärungen zu den bulgarisch-russischen Energieprojekten. Erst im Juli 2010 wurde endlich beschlossen, dass sich Bulgarien am South-Stream-Projekt beteiligt.

    Bei einem Telefongespräch im November vereinbarten Borissow und Russlands Premier Wladimir Putin, alle noch offenen Fragen zum Projekt bis Ende dieses Jahres zu regeln und unter anderem ein Joint Venture zu gründen.

    Wie Putin am Sonnabend nach Abschluss der Verhandlungen vor Journalisten feststellte, werden Bulgariens Einnahmen aus dem Transit von russischem Gas nach der Umsetzung des South-Stream-Projekts von 600 Millionen auf 2,5 Milliarden Euro steigen.

    Borissow äußerte seinerseits seine Hoffnung auf einen baldigen Abschluss der Verhandlungen mit Russland über den Tarif für das Gas, das sein Land von Russland bezieht. „Dies ist eine wichtige Frage für die bulgarische Wirtschaft“, betonte er.

    Wie aus den Unterlagen zum Bulgarien-Besuch Putins hervorgeht, hat die Gasholding Gazprom ein Angebot an die bulgarischen Partner konzipiert, das eine Herabsetzung des Tarifs für die Gaslieferungen an Bulgarien bis Ende 2012 um fünf bis sieben Prozent vorsieht.

    Noch 2006 hatten GazpromExport und Bulgargas einen Anstieg des Umfangs des Gastransits von 15,5 bis auf 22-23 Milliarden Kubikmeter bis zum Jahre 2030 vereinbart.

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