22:26 22 August 2017
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    Kreml will russische Energiebranche mit neuer Doktrin schützen

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    Die russische Energiebranche ist laut Dmitri Medwedew technologisch rückständig. Der Öl- und Gasexport bleibe aber für Wirtschaft und Politik maßgeblich wichtig, stellte der Präsident fest - und erklärte, welche Öl- und Gaspreise Russland braucht.

    Die russische Energiebranche ist laut Dmitri Medwedew technologisch rückständig. Der Öl- und Gasexport bleibe aber für Wirtschaft und Politik maßgeblich wichtig, stellte der Präsident fest - und erklärte, welche Öl- und Gaspreise Russland braucht.

    Medwedew will neue Doktrin

    Es sei nötig, die Maßnahmen zu systematisieren, um in der russischen Energiebranche nicht nur „Ordnung zu schaffen“, sondern die Branche auch zu modernisieren, betonte Medwedew am Montag in einer Sitzung des russischen Sicherheitsrates.

    Russland habe zwar schon eine Energiestrategie sowie ein Entwicklungsprogramm für seine Strom-, Öl- und Gasbetriebe, das reiche aber nicht aus: „Ich beauftrage hiermit die Regierung, eine Doktrin für Energiesicherheit zu entwickeln und die vorrangigen Maßnahmen für deren Umsetzung festzulegen“.

    Nikolai Patruschew, Chef des nationalen Sicherheitsrates, sagte, die neue Doktrin komme voraussichtlich im Jahr 2011 zustande.

    Rückständig und umweltschädlich…


    Medwedew sagte, die russische Energiebranche sei technologisch rückständig. Die Abnutzung der Anlagen verursache schwere Unfälle wie die Katastrophe am Kraftwerk Sajano-Schuschenskaja im August 2009. Es sei insbesondere nötig, den Betrieb veralteter und abgenutzter Anlagen zu verbieten.

    Viele russische Energiebetriebe seien außerdem umweltschädlich, so Medwedew. Das belegen auch bei der Sitzung bekannt gegebene Zahlen, aus denen herausgeht, dass die Energiebranche mehr als 70 Prozent des Treibhausgas-Ausstoßes in Russland ausmache. 

    …aber für die Wirtschaft maßgeblich


    Trotz aller Probleme betrage die Energiebranche jedoch ein Drittel des russischen Bruttoinlandsproduktes und bleibe ein Eckpfeiler der Wirtschaft. Im weltweiten Öl- und Kohlehandel erreiche Russlands Anteil zwölf Prozent, im Gashandel ein Viertel des Weltumsatzes.

    „Die Energiesicherheit beeinflusst direkt die Lösung sozialer und wirtschaftlicher Aufgaben, aber auch Russlands Konkurrenzfähigkeit auf globalen Märkten und seinen internationalen Ruf“, so der Präsident.

    Dabei sei sich Russland darüber im Klaren, wie instabil der weltweite Energiemarkt sei. Oft schwanke dieser zum Nachteil der Energielieferanten, das habe auch die Weltfinanzkrise belegt. Russland strebe nicht „monopolitisch hohe“ Öl- und Gaspreise an, sondern wolle, dass „sie sich in stabilen und voraussagbaren Grenzen halten“. 

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