01:37 17 Dezember 2017
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    Russlands Wirtschaft: Medwedew zieht positives Fazit - „Rossijskaja Gaseta“

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    Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat bei einer Sitzung zu Wirtschaftsfragen ein positives Fazit über das sich zu Ende neigende Jahr gezogen, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat bei einer Sitzung zu Wirtschaftsfragen ein positives Fazit über das sich zu Ende neigende Jahr gezogen, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Vor dem Hintergrund des Krisenjahres 2009 wirkt dieses Jahr in Russland durchaus erfolgreich, sagte Präsident Dmitri Medwedew.

    „Im vergangenen Jahr hatten wir einen Rückgang von etwa zehn Prozent gehabt. In diesem Jahr werden wir ein Wachstum von vier Prozent haben“, sagte Medwedew. Der Markt sei stabil geblieben, die Arbeitslosigkeit auf 6,7 Prozent gesenkt worden, die Gehälter seien mehr gestiegen als in der Vorkrisenzeit. Das Wichtigste ist, dass die soziale Stabilität bewahrt wurde.

    „Nach meiner Ansicht ist das diesjährige Szenario nicht das schlimmste“, betonte Medwedew. Das Bild sieht jedoch wegen der Dürre im Sommer und einiger ungelöster Wirtschaftsprobleme nicht perfekt aus. So mussten die Prognosen der Inflationsrate auf 8,5 Prozent erhöht werden. Zudem ist es nicht ausgeschlossen, dass diese Zahl überschritten wird.

    „Ja, wir haben die Krisenfolgen überwunden. Wir haben den Menschen geholfen, das Problem der Arbeitslosigkeit gelöst und sind den Sozialverpflichtungen nachgekommen. In diesem Sinne kann die Regierung ein ruhiges Gewissen haben“, sagte der russische Präsident.

    Dennoch muss sich die russische Regierung im kommenden Jahr mit einigen Fragen ernsthaft befassen, mit denen der Kreml-Chef unzufrieden ist. Das betrifft vor allem das Investitionsklima.

    Medwedew zufolge herrscht in Russland ein schlechtes Investitionsklima. Daran müsse die russische Regierung im kommenden Jahr arbeiten. Die Investitionen in die Wirtschaft werden sehr langsam wiederhergestellt. In den ersten acht Monaten dieses Jahres machte das Investitionswachstum nur 2,8 Prozent aus.

    Darüber hinaus wurde bei der Sitzung die Marktsituation angeschnitten. Nach der Dürre sind Grütze, Brot, Milch und andere Produkte teurer geworden. „Das reißt ein Loch in die Kasse der einfachen Menschen. Wir müssen alle möglichen Maßnahmen treffen, um die Situation zu verändern“, so Medwedew.

    Medwedew erörterte zudem die außenwirtschaftlichen Beziehungen. Der größte Erfolg dieses Jahres sei die Schaffung der Dreier-Zollunion (Russland, Weißrussland, Kasachstan). „Das ist ein großer politischer Sieg und eine ernsthafte wirtschaftliche Prüfung“, betonte der russische Staatschef.

    „Wir freuen uns zwar über den Zusammenschluss, wir müssen jedoch uns behelmen und panzern, um die mit dem Beitritt zur Zollunion verbundenen Probleme zu lösen. Die Zollunion bringt nicht nur Vorteile, sondern auch Schwierigkeiten“, sagte Medwedew.

    „Angesichts der Tatsache, dass der Einheitliche Wirtschaftsraum ab 2012 in Kraft tritt, muss die russische Regierung hart arbeiten, um die Marktstabilität zu bewahren“, so Medwedew.