07:53 13 November 2018
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    Gaslieferungen

    Eisenerz macht Nabucco immer kostspieliger

    © RIA Novosti . Alexandr Mazurkevich
    Wirtschaft
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    Der britische Energiekonzern BP hat die Kostenschätzung des Gasprojektes Nabucco auf 14 Milliarden Euro verdoppelt. Grund dafür seien die wachsenden Preise für Baustoffe - unter anderem für Eisenerz, berichtet die britische Zeitung „The Guardian“ am heutigen Montag.

    Der britische Energiekonzern BP hat die Kostenschätzung des Gasprojektes Nabucco auf 14 Milliarden Euro verdoppelt. Grund dafür seien die wachsenden Preise für Baustoffe - unter anderem für Eisenerz, berichtet die britische Zeitung „The Guardian“ am heutigen Montag.

    „Die EU-Kommission unterstützt das Gasprojekt Nabucco, da es hilft die Abhängigkeit Europas von russischem Gas zu reduzieren. Es ist aber kompliziert, ein Mega-Projekt auf einem Gasmarkt zu starten und zu finanzieren, wo es bereits Zugang zu konkurrenzfähigen Lieferpreisen gibt“, sagte Graham Sadler, ein Experte des Consulting-Unternehmens Deloitte.

    Konkurrenz für Nabucco stellen die Gasleitungen ITGI und TAP dar. ITGI soll kaspisches Gas über die Route Türkei-Griechenland-Italien liefern. Über TAP soll Gas über Griechenland und Albanien in den Südosten Italiens gepumpt werden. Für das Nabucco-Projekt ist der Bau einer neuen Infrastruktur geplant. Bei TAP und ITGI soll die bereits existierende Infrastruktur außerhalb der EU verbessert werden. Deswegen werden diese zwei Gasleitungen ebenfalls vom Preiswachstum für Stahl betroffen, der Kostenanstieg werde aber nicht so stark spürbar sein.

    Das Pipeline-Projekt Nabucco  soll quer durch das Kaspische Meer und über den Kaukasus verlaufen. Über die 3 300 Kilometer lange Leitung soll unter Umgehung Russlands Erdgas aus Aserbaidschan, Turkmenistan und dem Irak zunächst quer durch die Türkei über Bulgarien, Rumänien und Ungarn bis nach Österreich gebracht werden. Geplant ist eine Kapazität von rund 30 Milliarden Kubikmetern pro Jahr. Das wären im Jahr 2020 allerdings nur fünf Prozent des EU-Bedarfs.

    Das Konsortium peilt einen Baubeginn Ende 2012 an. Ende 2015 soll das erste Gas strömen. Gesellschafter des Projekts sind mit jeweils 16,67 Prozent der Aktien der österreichische Versorger OMV, der ungarische Konzern MOL, der bulgarische Bulgargaz, Rumäniens Trangaz, der türkische Botas und der deutsche RWE-Konzern.

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